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EU ringt mit Italien um neue Lastenverteilung bei Flüchtlingshilfe


Redaktion Brüssel

EU ringt mit Italien um neue Lastenverteilung bei Flüchtlingshilfe

Jeden Monat kommen Tausende geretteter Migranten auf Flüchtlingsschiffen in Italien an, der ersten europäischen Anlaufstelle.

Das ist geltende EU-Politik.

Die Regierung in Rom will jedoch künftig einen Teil der Schiffe in andere Häfen der EU umleiten, um Italien zu entlasten.

Dazu soll die zum Jahresende auslaufende Mission der Grenzschutzagentur Frontex geändert werden.

Deren Direktor Fabrice Leggeri wies bei einer Anhörung in Brüssel jedoch darauf hin, daß einer Änderung der Frontex-Mission alle teilnehmenden Mitgliedstaaten zustimmen müssen.

Bisher stehe aber Italien allein auf weiter Flur.

Beim EU-Innenministertreffen vergangene Woche in Tallinn war der Hilferuf Roms auf Widerstand gestoßen.

Deutschland äußerte etwa die Sorge, daß eine Öffnung anderer EU-Häfen noch mehr Migranten zur Überfahrt ermutigen würde.

Italien werde mit einem massiven Problem allein gelassen, klagte der Vertreter der italienischen Sektion von “Ärzte ohne Grenzen” (MSF) Macro Bertotto bei der Brüsseler Anhörung.

Da etwa das vom Bürgerkrieg gespaltene Libyen kaum als sicheres Herkunftsland gelten könne, bleibe den Behörden nichts anderes übrig, als die Flüchtlinge in Italien an Land zu lassen.

Das Problem ist dringend. In diesem Jahr gelangten bislang 85.000 Migranten über den Seeweg nach Italien.