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Nach E-Mail-Veröffentlichungen: Trump in Bedrängnis


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Nach E-Mail-Veröffentlichungen: Trump in Bedrängnis

Es war der Versuch eines Befreiungsschlags. Seit Tagen wurde Donald Trumps ältestem Sohn vorgeworfen, sich vor der Wahl mit einer kremlnahen russischen Anwältin getroffen zu haben. Die sollte ihm belastendes Material über Hillary Clinton liefern. Jetzt veröffentlichte Donald Trump Jr. E-Mails, die das belegen.

Für den Co-Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Adam Schiff, ändert das in der Russlandaffäre alles: “Ich denke, wir haben jetzt ziemlich eindeutige Beweise dafür, dass die russische Regierung belastende Informationen hatte und diese an Trumps Wahlkampfteam weitergegeben hat. Dass dieses immer wieder leugnete, zu wissen, was los sei und ob die Russen Einfluss genommen haben, ob sie bei der Kampagne geholfen haben, muss jetzt in einem ganz anderen Kontext betrachtet werden.”

Dass es Kontakte zwischen Trumps Vertrauten und Vertretern Russlands gegeben hatte, ahnten viele. Doch die jetzt veröffentlichten Mails sind der erste Beweise dafür, dass sie auch willig waren, Informationen über Kontrahentin Clinton anzunehmen und ihr damit zu schaden.

Der republikanische Senator Lindsay Graham sagte: “Es gibt noch keine Beweise, dass die Russen Trump tatsächlich geholfen haben, dazu sind weitere Untersuchungen nötig. Aber dass wir davon erst jetzt, im Juli, erfahren, ist wirklich verstörend. Was auch immer da mit Russland im Gange ist, die Karten müssen auf den Tisch.”

Für den Minderheitsführer der Demokraten im Senat Chuck Schumer besteht Handlungsbedarf: “Zwischen diesen Veröffentlichungen und Donald Trumps furchtbarem Verhalten beim G20-Treffen mit Herrn Putin, ist ganz klar, dass der Kongress eingreifen und sich für Sanktionen gegen Russland starkmachen muss, weil der Präsident ganz offensichtlich nicht so streng mit Herrn Putin sein wird, wie er es sollte.”

In Hamburg bestritt der Kremlchef die Vorwürfe der Wahlbeeinflussung durch Russland vehement – was Trump so wörtlich “akzeptierte.” Von dem Treffen seines Sohns mit der russischen Anwältin soll der Präsident übrigens nichts gewusst haben – obwohl auch sein Wahlkampfmanager und sein Schwiegersohn Jared Kushner daran teilgenommen haben.