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Lius Tod: Keine Einmischung erwünscht

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Lius Tod: Keine Einmischung erwünscht

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In vielen Städten der Welt haben Menschen vom verstorbenen Nobelpreisträger und chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo Abschied genommen. In Hongkong versammelten sich erneut Dutzende Anhänger vor der chinesischen Botschaft. Viele hatten dort vier Tage ausgeharrt und Lius Freilassung gefordert, bevor dieser an diesem Donnerstag starb.

Unter ihnen war Lee Cheuk-Yan, ein ehemaliger Abgeordneter; er hofft: Als Nobelpreisträger und dank seiner internationalen Anerkennung spiele er eine Rolle als spirituelle Unterstützung für die chinesische Jugend in ihrem Kampf für Demokratie.


Viele Regierungen übten Kritik an Pekings Umgang mit dem verstorbenen Dissidenten. Außenminister Sigmar Gabriel bedauerte, dass die Volksrepublik Liu nicht zur Behandlung nach Deutschland hatte ausreisen lassen.


Kritik, die Peking als Einmischung abtut.

Die betreffenden Länder sollten Chinas souveräne Justiz respektieren und keine Einzelfälle zum Vorwand nehmen, um sich in die Innenpolitik einzumischen, sagte der Regierungssprecher Geng Shuang.

Der 61 Jahre alte Bürgerrechtler starb am Donnerstag an Leberkrebs. Den letzten Monat ließ ihn die Regierung auf Bewährung in ein Krankenhaus verlegen, wo er behandelt wurde – nicht angemessen, wie zwei ausländische Ärzte kritisierten, die Zugang zum Patienten bekamen.

Davor saß Liu jahrelang im Gefängnis, weil er 2009 “wegen Untergrabung der Staatsgewalt” zu elf Jahren Haft verurteilt worden war. Hintergrund ist die Petition “Charter 08”, mit der er sich für demokratische Reformen in China einsetzte.


Liu war seit Jahrzehnten politisch aktiv. Er demonstrierte bereits 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Ein Protest, der weltweites Entsetzen auslöste, weil die Regierung in Peking ihn blutig niederschlagen ließ.