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Macron und Netanjahu erinnern an ermordete Juden

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat gemeinsam mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu an die sogenannten"Razzia vom Vél d'Hiv" erinnert.

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Macron und Netanjahu erinnern an ermordete Juden

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat gemeinsam mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu an die sogenannten“Razzia vom Vél d’Hiv” erinnert.

Am 16. und 17. Juli 1942 verhaftete das Vichy-Regime im Auftrag der deutschen Besatzer in Paris mehr als 13.000 Juden. Sie wurden anschließend in Vernichtungslager gebracht. Macron unterstrich die Verantwortung seines Landes für das Verbrechen.

“Ich weise alle Verharmlosungen derer zurück, die so tun, als wäre Vichy nicht Frankreich gewesen. Vichy umfasste sicher nicht das gesamte französische Volk. Aber es war die Regierung und Verwaltung von Frankreich.”

Damit spielte Macron auf die FN-Chefin Marine Le Pen an, die jüngst gesagt hatte, Vichy sei nicht Frankreich gewesen.


Weiter sagte Macron: “Es war Frankreich, das die Razzia organisierte und später die Deportation.” Nicht ein einziger Deutscher habe an der Organisation teilgenommen.

Unter den damals Festgenommenen waren auch 4000 Kinder. Ein Großteil von ihnen wurde in der Winter-Radsporthalle (Vélodrome d’Hiver) eingesperrt, andere kamen gleich ins Sammellager Drancy bei Paris. Die Halle in der Nähe des Eiffelturms wurde 1959 abgerissen.


Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte nun: “Ich bin hier, um mich in Erinnerung an unsere ermordete Brüder und Schwestern zu verbeugen, die ermordet wurden, nur, weil sie Juden waren. Ich bin hier, um um die Opfer zu trauern.”


Die Massenverhaftung war lange ein Tabu-Thema in Frankreich. Erst 1995 entschuldigte sich der damalige Präsident Jacques Chirac öffentlich dafür.