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"Ein Junge heult nicht" - soll aus der Werbung verschwinden


Großbritannien

"Ein Junge heult nicht" - soll aus der Werbung verschwinden

“Wäsche ist nichts Neues,” sagt die Werbestimme, “deine Mutter, deine Großmutter, ihre Mutter, sie alle haben Wäsche gewaschen.”

Werbung, die Geschlechterstereotypen weiterverbreitet oder Menschen lächerlich macht, die sich nicht an solche Normen anpassen – das ist das jüngste Thema der Werbe-Wächter der britischen Advertising Standards Authority (ASA). Sie könnte ab dem kommenden Jahr untersagt werden, warnen sie in ihrer Studie “Depictions, Perceptions and Harm” (“Bilder, Wahrnehmung und Schäden”).

Ella Smiley, Autorin bei der Advertising Standards Authority (ASA):

“Wir konzentrieren uns darauf, sicherzustellen, dass Werbung nicht irreführt, schadet oder beleidigt. So werden wir alles nutzen, was wir aus diesem Bericht lernen, um neue Maßstäbe zu entwerfen, die sicherstellen, dass Werbung nichts enthält, was schädlich sein könnte. Und dann wird die Branche diese Standards anwenden, um zu tun, was sie am besten kann – fantastische Werbung kreieren.”

In Gefahr: Werbe-Familien, die Chaos schaffen, und eine Frau ist dann allein für’s Aufräumen verantwortlich, so die ASA.
Genauso problematisch seien Männer, die einfache Aufgaben von Eltern oder im Haushalt nicht schaffen. Oder die Rede von “das gehört sich nicht für Jungen/Mädchen”.

Darstellungen, die veraltete und stereotype Ansichten über Geschlechterrollen in der Gesellschaft verstärken, können eine schädliche Wirkung haben”, so ASA-Chefredakteur Guy Parker. “Während Werbung nur ein Faktor in einer breiteren Debatte ist, können anspruchsvollere Werbestandards eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Ungleichheiten spielen, zum Nutzen von Einzelpersonen, Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt.”

Im vergangenen Monat haben UNO-Frauen (UN Women) eine globale “Unstereotype Alliance” ins Leben gerufen, um Geschlechterstereotypen aus der Werbung zu verbannen. Unterstützer sind Unternehmen wie Unilever, Google und Facebook.

su