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Mehr als nur Bodenbelag: Turkmenistans Teppiche


Kultur

Mehr als nur Bodenbelag: Turkmenistans Teppiche

Der Teppich an der Wand des Nationalen Teppichmuseums von Aschgabat ist ein Rekordobjekt: Er ist 301 Quadratmeter groß, vierzehn mal über zwanzig Meter lang und breit. 2003 kam er als größter handgeknüpfter Teppich der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde. Er wurde von vierzig Teppichwebern in acht Monaten angefertigt. Heute ist er zwar nicht mehr der größte seiner Art, aber immer noch eine Attraktion in dem Museum.

Teppichknüpfen ist eine bedeutende Tradition in Turkmenistan, der Teppich nahm eine wichtige Rolle im Alltag ein. 2.000 Exemplare sind im Museum ausgestellt, darunter auch solche, die als Pferde- oder Kameldecken verwendet wurden oder als Zelttaschen und -behälter, die den turkmenischen Nomaden als Möbelstück dienten.




“Früher haben die Leute Geschirr, Salz und anderes in diese Zelttaschen geräumt”, erläutert Museumsführerin Gulshirin Amanmuhammedova. “Es gibt auch große, dekorative Behälter, wir nennen sie Tschowal, man bewahrte Kleidung darin auf.”

Die alten Teppiche werden hier nicht nur ausgestellt, sondern auch wieder aufgearbeitet. Mit Hilfe eines Mikroskops, Nadel und Faden. Ein aufwendiges Handwerk. Restauratorin Ogulsapar Charybaeva: “Es ist viel schwieriger, einen alten Teppich aufzuarbeiten, als einen neuen zu weben. Man braucht zwei Tage, um zehn Zentimeter neu zu knüpfen, aber zehn Tage, um die gleiche Menge zu restaurieren.”




Gut 300 Teppiche wurden so schon wieder restauriert. Fast alle sind im Museum in Turkmenistans Hauptstadt zu besichtigen.



Unterstützt von www.ashgabat2017.com

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