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Jerusalem: Unruhen am Tempelberg wegen israelischer Sicherheitsmaßnahmen

Bei nächtlichen Zusammenstößen mit der Polizei sind in der Nähe des Tempelbergs in Jerusalem rund 50 Palästinenser verletzt worden.

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Jerusalem: Unruhen am Tempelberg wegen israelischer Sicherheitsmaßnahmen

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Bei nächtlichen Zusammenstößen mit der Polizei sind in der Nähe des Tempelbergs in Jerusalem rund 50 Palästinenser verletzt worden. 15 davon seien von Gummigeschossen getroffen worden, teilte der Rote Halbmond mit. Hintergrund der Unruhen sind verschärfte Sicherheitschecks für muslimische Gläubige am Tempelberg. Die Kontrollen hatte Israel kürzlich nach einem tödlichen Angriff auf israelische Polizisten eingeführt, viele Muslime verweigerten sich den Kontrollen durch Metalldetektoren. Neue Sicherheitsmaßnahmen Israels wie Metalldetektoren und Überwachungskameras lösten scharfen Protest der Muslime aus; viele Gläubige verweigerten die Untersuchung und beteten lieber außerhalb der Moschee.


Der Tempelberg ist heilige Stätte für Juden wie auch Muslime; der Streit um die Besuchsrechte, also wer den Hügel betreten und dort beten darf, hatte schon in der Vergangenheit zu Spannungen und Gewalt geführt. Israel kündigte an, die Kameras und Metalldetektoren als ständige Einrichtung behalten zu wollen. Von palästinensischer Seite wird befürchtet, Israel wolle den Tempelberg als heiligste Stätte der Juden unter seine ausschließliche Kontrolle bringen. Die Al-Aqsa-Moschee wiederum ist das drittwichtigste Heiligtum der Muslime. Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief für Mittwoch zu einem “Tag des Zorns” auf. Auch die Hamas und der islamische Dschihad haben zum Widerstand gegen die Sicherheitskräfte im Westjordanland und im Gazastreifen aufgerufen.