Eilmeldung

Im Sanktionsstreit mit Katar ist eine Lösung weiterhin nicht in Sicht. Bei einem Besuch in Belgien widersprach der saudische Außenminister Adel Al-Dschubeir Presseberichten, Doha könne mit einer milderen Linie rechnen.

“Wir sind der Meinung: Genug ist genug. Wenn Katar Teil des Golfs bleiben will, dann muß es sich entsprechend verhalten. Falls nicht, sind wir bereit, lange zu warten. Wir haben keine Eile. Aber wir können nicht wieder zurück. Die Kataris wissen genau, was von ihnen verlangt wird,” sagte Al-Dschubeir in Brüssel.

An diesem Wochenende reist EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini nach Kuwait. Sie will bei ihren Gesprächen die Möglichkeit einer Vermittlung der EU ausloten.

Experten begrüßten das europäische Engagement. “Europa hat eine lange Erfahrung im Zusammenbringen von Menschen mit unterschiedlichen Meinungen”, sagt Richard Burchill vom Forschungsinstitut Trends in Abu Dhabi.
“Europa hat auch viel Kompetenz im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus. Die Präsenz der EU ist daher im Augenblick willkommen, denn wir können nicht auf eine kohärente Politik der USA setzen. Europa kann also Führung und Objektivität in die Debatte bringen, und das ist zu begrüßen.”


Saudi-Arabien und einige regionale Verbündete werfen Katar vor, Terrororganisationen zu unterstützen. Sie brachen deshalb die diplomatischen Beziehungen zu Katar ab. Das Scheichtum wies die Anschuldigungen indes mehrfach zurück.