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Rechtsextreme chartern Schiff zur Flüchtlingsabwehr


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Rechtsextreme chartern Schiff zur Flüchtlingsabwehr

Die rechtsextreme ‘Identitäre Bewegung’ will mit dem eigens gecharterten Schiff “C-Star” Migranten vor der Küste Libyens abfangen und nach Afrika zurückbringen. Mit dem Projekt “Defend Europe” wollen die Aktivisten aus Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich gegen NGOs an der italienischen Küste vorgehen. Gerüchte, die “C-Star” habe bewaffnete Einheiten an Bord wies ein Sprecher der “Identitären Bewegung” zurück.

Martin Sellner, der Sprecher der Identitären Bewegung in Österreich erklärte in Catania: “Ich glaube, dass die meisten Konflikte zwischen der libyschen Küstenwache und den Nichtregierungsorganisationen dadurch entstehen, dass die NGOs Migranten aufs Meer locken: Sie spielen Schleuserringen in Libyen damit in die Hände, die das Land destabilisieren”.

Italiens ehemalige Außenministerin Emma Bonino sieht andere Motive bei den Rechtsextremen: “Die wollen auf dem Meer durchsetzen, was viele Politiker an Land sagen. Weiter nichts. Und sie wollen Aufmerksamlkeit und Propaganda.” Im Mittelmeer sind um die zehn Hilfsorganisationen im Einsatz, die Migranten aus Seenot retten. Den rechten Aktivisten sind die privaten Retter ein Dorn im Auge. In Italien formiert sich derweil Widerstand gegen die Mission der Rechts-Aktivisten: Für Samstag ist am Hafen im sizilianischen Catania eine Kundgebung geplant. Dort soll die 40 Meter lange “C-Star” anlegen. Doch mittlerweile setzt sich auch Catanias Bürgermeister Enzo
Bianco dagegen zur Wehr.