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Calais - größte Hürde auf dem Weg von Libyen nach England


Redaktion Brüssel

Calais - größte Hürde auf dem Weg von Libyen nach England

Im vorigen Jahr wurde es geschlossen, das berüchtigte “Dschungel”-Lager in Calais an der französischen Kanalküste.

Tausenden von Flüchtlingen diente es als Durchgangsstation.

Heute sieht es hier so aus: ein Niemandsland zwischen der Stadt und ihrem Umland.

Flüchtlinge gibt es indes immer noch.

Geändert hat sich allerdings deren bevorzugtes Endziel.

“Die Schließung des Lagers war eine große Sache”, erklärt Christian Salomé, dessen Organisation Lebensmittel an Flüchtlinge verteilt.

“60 Prozent der Menschen hier wollten in Frankreich bleiben.

Heute sind in Calais vor allem die, so schnell wie möglich nach England wollen und zwar mit allen Mitteln.

Sie schmeißen ihre Decken und Kissen in den Kanal, jede Nacht und jeden Morgen.

Wir sind daher unter Druck, dass sie so rasch wie möglich nach England gehen.”

Da es kein Lager mehr gibt, verstecken sich viele Flüchtlinge vor der Polizei.

Euronews sprach mit einem von ihnen exklusiv. Sein Gesicht wollte er nicht zeigen.

Aber er führte uns zu seinem Versteck.

“Als das Dschungel-Lager noch existierte, griff uns die Polizei nicht täglich an.

Anders als heute.

Es gab Häuser, gut aufgebaute Zelte und Lebensmittel, einen Platz zum Essen, selbst Duschen und Toiletten.

Heute haben wir von alldem nichts mehr, nicht mal einen Platz zum Schlafen.”

Auf dem Weg nach England bleibt Calais die grösste Hürde.