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Nach Enthebung: Pakistans Ministerpräsident tritt zurück

Nachdem ihn das Oberste Gericht als "disqualifiziert" bezeichnet hatte, erklärte Sharif seinen Rücktritt.

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Nach Enthebung: Pakistans Ministerpräsident tritt zurück

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In Pakistan ist Ministerpräsident Nawaz Sharif im Zuge eines Korruptionsskandals zurückgetreten: Das Oberste Gericht in Islamabad hatte zuvor erklärt, Sharif habe sich für öffentliche Ämter disqualifiziert. Die Entscheidung der fünf Richter fiel einstimmig.

Oppositionsanhänger feierten die Amtsenthebung Sharifs. Die oppositionelle PTI-Partei sprach von einem “historischen” Tag für Pakistan. Man werde die Sharif-Dynastie endgültig zu Fall zu bringen.
Der Journalist Mazhar Abbas erklärt, es gebe zwei Ansichten zu dieser Entscheidung: “Für die einen stärkt sie die Demokratie, für die anderen wird sie geschwächt. Distanziert betrachtet handelt es sich um eine historische Entscheidung. Sie hilft Pakistan, sich von der Korruption zu befreien.”

Sharif und seine Familie sollen Immobilienbesitz im Ausland verschleiert haben. Dies war durch die sogenannten Panama-Papers bekannt geworden. Für Sharif ist es bereits der dritte vorzeitige Abschied aus dem Amt des Regierungschefs.

Die politischen Turbulenzen treffen Pakistan in schwierigen Zeiten. Eine Energiekrise behindert die Entwicklung, die Zahl der Terroranschläge nimmt nach einer Ruhepause wieder zu, die Beziehungen zu den USA sowie zum Erzfeind Indien und zum Nachbarn Afghanistan sind an einem Tiefpunkt angekommen. Bis zu den nächsten Wahlen ist es noch ein Jahr hin. Beobachter sind sich jedoch einig, dass Sharifs Regierungspartei an der Macht bleiben wird und einen neuen Ministerpräsidenten bestimmen kann.