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Saudi-Arabien: Frauenrechtsaktivistin kommt "ohne männliche Erlaubnis" frei


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Saudi-Arabien: Frauenrechtsaktivistin kommt "ohne männliche Erlaubnis" frei

Die Frauenrechtsaktivistin Maryam al-Otaibi ist in Saudi-Arabien ohne die Erlaubnis eines männlichen Vormunds aus dem Gefängnis entlassen worden.

Eine Maßnahme, die bei Menschenrechtlern Hoffnung weckt.

In dem ultra-konservativen Land brauchen Frauen für viele alltäglichen Aktivitäten, wie etwa das Beantragen eines Reisepasses, die Zustimmung eines Mannes.

Auch um aus dem Gefängnis entlassen zu werden, ist eine “männliche” Erlaubnis vonnöten.

Al-Otaibi ist eines der bekanntesten Gesichter im Kampf gegen Saudi-Arabiens patriarchalische “Vormunds”-Regeln.

Sie und andere Menschenrechtler fordern mit Petitionen und öffentlichen Briefen eine Lockerung der Bestimmungen. In sozialen Medien nutzen sie den Hashtag #IAmMyOwnGuardian.

Maryam al-Otaibi war festgenommen worden und saß drei Monate lang im Gefängnis, nachdem sie in die Hauptstadt Riad geflohen war, um ein selbstständiges Leben, fern von ihrer Familie, zu führen.

Rothna Begum, eine Frauenrechtlerin der Organisation Human Rights Watch sagte gegenüber Euronews: “Wir freuen uns zwar über die Freilassung von Maryam al-Otaibi, doch sie hätte niemals festgenommen werden dürfen.”

“Die saudischen Behörden sollten sicherstellen, dass alle Frauen, die wegen ‘Ungehorsams’ im Gefängnis sitzen, oder sich von ihrer Familie getrennt haben, bedingunslos freigelassen werden”, so Begum.

Der saudische König Salman hatte im April angeordnet, geltende Gesetze zur Vormundschaft zu überprüfen. Ergebnisse der Untersuchung wurden bisher nicht veröffentlicht.