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Sensationeller Fund: das "Pompeji von Vienne" bei Lyon

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Sensationeller Fund: das "Pompeji von Vienne" bei Lyon

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Luxuriöse Häuser, ein riesiger Marktplatz, es ist schon ein besonderes archäologisches Schmuckstück, das im französischen Vienne an der Rhône ausgegraben wurde. Die Siedlung aus der Zeit der Römer war bei Vorbereitungen zum Bau von modernen Häusern entdeckt worden, sie ist außergewöhnlich gut erhalten. Schon seit April bearbeiten um die 20 Archäologen das 7.000 Quadratmeter große Gelände.

“Wir nennen es auch ‘das kleine Pompeji von Vienne’, weil diese Örtlichkeit bei zwei aufeinanderfolgenden Bränden zerstört wurde”, so der verantwortliche Archäologe Benjamin Clément. “Der erste Brand war im 2. Jahrhundert nach Christus, der zweite Mitte des 3. Jahrhunderts. Diese Brände haben die Stadt quasi versteinert. Wir können zwei Momentaufnahmen der Stadt sehen, ein bisschen wie in Pompeji und Herculaneum. Dadurch können wir Gebäude ausgraben, deren Architektur noch erhalten ist und in deren Innerem wir noch die Dinge finden können, die von den Bewohnern auf der Flucht vor den Flammen zurückgelassen wurden.”

In einem der Häuser haben die Archäologen einen besonderen Schatz gefunden: Ein Bodenmosaik, das sehr seltene Motive zeigt. Eine erotische Szene mit der Göttin Thalia, die von dem Gott Pan entführt wurde. Eigentümer des Hauses war wohl ein reicher Türke oder Grieche. Das Mosaik wird vorsichtig abgetragen und in ein Museum verfrachtet.

“Wir finden hier Dinge, die man in Rom in Italien und in Griechenland gleichermaßen findet”, so Archäologe Clément, “außerdem Gegenstände aus dem Orient, die man sonst in Griechenland und der Türkei findet. Das ist außergewöhnlich. Und wir finden Einrichtungen, die sich eher an denen des Mittelmeerraumes orientieren als an denen der keltischen Welt, die wir eher in Gallien finden.”

Die Ausgrabungen sollen am 15. Dezember beendet sein. Die interessantesten Funde werden fortgebracht und analysiert. Und zwei Jahrtausende nach dem Untergang des “Pompeji von Vienne” werden hier am Ende wieder neue Gebäude stehen.