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Diesel: Berlin fordert von Autobauern Einsicht und Demut

Die Motorsteuerung der betreffenden Fahrzeuge soll verbessert werden - mehr nicht.

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Diesel: Berlin fordert von Autobauern Einsicht und Demut

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5,3 Millionen Diesel-Fahrzeuge sollen ein neues Innenleben erhalten: Das ist das konkreteste Ergebnis des Dringlichkeitstreffens zwischen den Spitzen der deutschen Autoindustrie und Vertretern der Bundesregierung. Doch ein Durchbruch war der Dieselgipfel in Berlin nicht. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks meint, die Autobauer hätten einiges gutzumachen:

„An der Umwelt, an vielen Menschen, in deutschen Innenstädten, an vielen Autobesitzern und nicht zuletzt auch zur Sicherung des Automobilstandortes Deutschland mit seinen hunderttausenden Arbeitsplätzen. Ich will aber nicht verhehlen, dass der Duktus der Erklärung des VDA (Verband der Automobilindustrie) noch zu wenig von Einsicht und Demut geprägt ist”, so Hendricks.

Die betreffenden Fahrzeuge nicht nur mit neuer Software, sondern auch mit neuer Hardware auszustatten – um diese gestellte Forderung kommen die Autokonzerne herum. Das sei nur logisch, meint Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. „Wir halten es im Grunde genommen für ausgeschlossen, Hardware-Nachrüstungen vorzunehmen. Einmal des Aufwandes wegen, aber auch weil die Wirkung fragwürdig ist. Ich kann für mein Unternehmen sagen: Ich möchte meine Ingenieure eigentlich gerne zukunftsorientiert arbeiten lassen, das heißt an der Optimierung der Dinge und nicht rückwärtsgewandt an Motoren arbeiten, die zehn und 15 Jahre alt sind”, so Müller.

Es bleibt also vorerst bei Änderungen der Motorsteuerung, deren Kosten auf rund 100 Euro pro Wagen geschätzt werden. Diese müssen die Hersteller tragen. Hardware-Nachbesserungen würden mit 1500 Euro je Fahrzeug zu Buche schlagen.