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Libyscher General droht italienischer Marine


Italien

Libyscher General droht italienischer Marine

In Libyen sind nicht alle mit dem geplanten Militäreinsatz Italiens in libyschem Hoheitsgebiet einverstanden. General Chalifa Haftar drohte, alle Schiffe vor der Küste des Bürgerkriegslandes zu stoppen.

Haftar habe Marine-Stützpunkte angewiesen, sich «allen Schiffen entgegenzustellen», die auf das Territorium Libyens ohne Erlaubnis seiner Truppen vordringen.

Haftar und der offiziell anerkannte libysche Regierungschef Abdallah Al-Sarradsch sind die Hauptkonkurrenten um die Macht im zerrütteten Libyen.

Das italienische Parlament hatte am Mittwoch den Militäreinsatz beschlossen, der die libysche Küstenwache im Kampf gegen Menschenschmuggel unterstützen soll, wenn nötig auch innerhalb der
12-Meilen-Zone.

Ein Sprecher des libyschen Parlaments Abdallah Bilhaq erklärte, das Parlament sei gegen den Einsatz Italiens. Rom solle nicht versuchen, seine eigenen Probleme mit illegaler Immigration auf Libyen abzuwälzen. Dies könne verheerende Konsequenzen auf Libyens Sicherheit und Wirtschaft haben.

Der international anerkannte Regierungschef Libyens, Fajis al-Sarradsch, hatte Rom nach Darstellung der italienischen Regierung bei einem Treffen mit Regierungschef Paolo Gentiloni um die Hilfe im libyschen Hoheitsgebiet gebeten.

Ein Schiff der deutschen NGO Jugend rettet war am Vortag von Italien beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Trapani ermittelt wegen des Vorwurfs der Begünstigung illegaler Migration.