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Chaos in Deutschlands Ausländerdatenbank

Deutsche Staatsbürger und tote Menschen haben in der Datenbank eigentlich nichts verloren. Die falschen Daten können schwerwiegende Folgen für Asylsuchende haben.

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Chaos in Deutschlands Ausländerdatenbank

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Registrierungseinrichtungen, Armbändchen mit Nummern drauf, Fingerabdrücke und Grenzkontrollen, die Regierenden in Deutschland tun einiges dafür, zu wissen, wer ins Land kommt. Nicht nur Flüchtlinge, nein, die Daten aller Ausländer landen im sogenannten Ausländerzentralregister. So zumindest der Plan.

Zuverlässig und weitgehend automatisiert würden die Daten gepflegt, heißt es beim Bundesverwaltungsamt, das für die technische Abwicklung zuständig ist. Aber auch, wenn technisch alles rund läuft: Bei der Eingabe und Verwaltung der Daten wurde offenbar geschlampt.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am Freitag von einer Analyse, in der schwere Vorwürfe erhoben werden. Unter anderem enthält die Datenbank demnach Daten von Personen, die schon lange tot sind oder die bereits deutsche Staatsbürger sind und deren Angaben im Ausländerregister nicht mehr vermerkt sein sollten. Auch würden EU-Bürger in der Statistik teilweise als ausreisepflichtige Personen erfasst, obwohl sich diese ohne Weiteres in Deutschland aufhalten dürfen. Dies führe zu einer verzerrten Debatte über Migranten.

In der Analyse warnt der Beauftragte der Bundesregierung für das Flüchtlingsmanagement, Frank-Jürgen Weise, der SZ zufolge davor, dass durch die falschen Daten bei Asylverfahren und Abschiebungen gravierende Fehlentscheidungen passieren können. Weise sieht jetzt die Landesregierungen in der Pflicht. Sie müssten die Daten ausmisten.