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10 Zitate aus der umstrittenen Anti-Diversity-Streitschrift bei Google


USA

10 Zitate aus der umstrittenen Anti-Diversity-Streitschrift bei Google

Geschäftsführer Sundar Pichai hat wegen des Falls extra seinen Urlaub unterbrochen: Der Tech-Gigant Google aus dem sonnigen Kalifornien hat einen Mitarbeiter wegen einer Streitschrift zu Geschlechterfragen entlassen. Pichai wandte sich in einer internen Email an die Belegschaft. Die Streitschrift “breche den Verhaltenskodex des Konzerns und verbreite schädliche Geschlechterstereotypen am Arbeitsplatz”.

Der Autor des internen Papiers vertritt unter anderem die Meinung, Frauen seien weniger widerstandsfähig gegenüber Stress als Männer und schafften es deshalb so selten in Führungspositionen in der Tech-Industrie.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte James D. seine Entlassung. Als Grund sei ihm das “Aufrechterhalten geschlechtsspezifischer Klischee” genannt worden. Der Ingenieur, der einen Doktortitel in Systembiologie hält, gab an, über rechtliche Schritte gegen seine Kündigung nachzudenken.

Manche Inhalte des Papiers seien aber durchaus diskutabel, so Google-Chef Pichai in seiner Email.

Hier einige Auszüge aus der “Anti-Diversity”-Schrift – bilden Sie sich selbst eine Meinung.

1. “Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen könnten erklären, warum Frauen in der Führungsebene der Technologie-Branche nicht zu 50 Prozent vertreten sind. Diskriminierung durch Quoten ist unfair, polarisierend und schlecht für die Wirtschaft.”

2. Google sei politisch liberal eingestellt, dies sei “das Resultat einer tiefen moralischen Präferenz und Befangenheit.”

3. “Im Durchschnitt sind Männer und Frauen in biologischer Hinsicht sehr verschieden. Diese Unterschiede sind nicht nur soziale bedingt: Es gibt sie in allen menschlichen Kulturen. Sie haben oft biologische Gründe und stehen in Verbindung mit pränatalem Testosteron. Männchen, die bei der Geburt kastriert werden und als Weibchen aufgezogen werden, identifizieren sich mit und verhalten sich wie männliche Lebewesen.”

4. “Ich stelle nur fest, dass die Verteilung von Vorlieben und Fähigkeiten bei Männern und Frauen – zum Teil aufgrund biologischer Ursachen – unterschiedlich ist und, dass diese Unterschiede erklären könnten, warum nicht genauso viele Frauen wie Männer in der Tech-Branche in Führungspositionen sind.”

5. “Frauen haben im Durchschnitt mehr Neurotizismus (höhere Angst, tiefe Belastungstoleranz). Dies kann dazu beitragen, dass Frauen auf ‘Googlegeist’ häufiger von Angst berichten und, dass es weniger Frauen in besonders stressanfälligen Jobs gibt. “

6. “Wir müssen aufhören, davon auszugehen, dass Geschlechterunterschiede immer auf Sexismus beruhen.”

7. “Frauen sind im Durchschnitt eher an Menschen und Männer an Dingen interessiert.”

8. “Frauen streben im Durchschnitt einen Ausgleich zwischen Arbeits- und Privatleben an. Männer streben nach Anerkennung. So lange die Tech-Branche und ihre Führungsebenen einen hohen Status genießen und lukrative Karrieren bieten, werden proportionell mehr Männer diese Stellen haben wollen. Teilzeitarbeit anzubieten und tatsächlich umzusetzen (als Teil unserer Kultur), könnte mehr Frauen in der Tech-Branche halten.”

9. “Ich bin ein Vertreter von Geschlechterdiversität und ethnischer Vielfalt und ich denke, wir sollten das vorantreiben. Bei Google gibt es dafür bereits Initiativen: Spezielle Programme, Mentoring, […]”

10. “Die oberste Führung sagt, dass was wir tun, ist moralisch und wirtschaftlich korrekt. Doch ohne Beweise ist das nur eine verschleierte linke Ideologie, die Google irreparablen Schaden zufügen kann.”

Der Link zum Original-Dokument:


Reaktionen

“Auch wenn ich für freie Meinungsäußerung und in einigen Punkten der gleichen Meinung bin, er lässt die Rolle der Bildung in der Geschlechterkluft außen vor.”


“Extrem links Eingestellte würden das #GoogleManifesto beunruhigend finden. Es klingt absolut vernünftig.”