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Opposition in Kenia vermutet Wahlbetrug


Kenia

Opposition in Kenia vermutet Wahlbetrug

Bei der Präsidentschaftswahl in Kenia zeichnet sich ein Sieg für Amtsinhaber Uhuru Kenyatta ab. Nach Auszählung der Stimmen in drei Viertel aller Wahllokalen, lag Kenyatta bei über 55 Prozent der Stimmen.

Sein Herausforderer Raila Odinga vom Parteienbündnis Nasa, der nach Angaben der Wahlkommission bei auf 44 Prozent liegt, wies die vorläufigen Ergebnisse jedoch entschieden zurück: “Sie errechnen Resultate, die auf Stimmabgaben beruhen, die angeblich von Einzelpersonen abgegeben wurden. Wer das ist, das entscheiden die Leiter der Wahllokale. Diese Ergebnisse sind erfunden, sie sind eine Fälschung”.

Odinga gab an, seine eigene Wahlkommission werde die Ergebnisse überprüfen. Er kandidiert zum vierten Mal. Für den 72-Jährigen könnte es die letzte Chance auf das höchste Amt in Land sein. Während seiner Amtszeit als Regierungschef (2008 bis 2013) hatte Odinga Kenyatta wiederholt Wahlmanipulation vorgeworfen.

Kenyatta hofft seinerseits auf eine zweite Amtszeit. Auch seine Jubilee-Partei hatte sich zuvor über vorausgefüllte Stimmzettel beschwert.

Nun warb der Generalsekretär darum, die Ergebnisse anzuerkennen. “Ein Gericht hat entschieden, dass die Bekanntgabe des amtierenden Amtsträgers und der Wahlleiter in den Wahlkreisen rechtskräftig ist…es ist wirklich unaufrichtig, das jetzt anzuzweifeln.”

Beobachter befürchteten während oder nach den Wahlen gewalttätige Zusammenstöße. Im Jahr 2007 war nach dem Urnengang eine Welle der Gewalt ausgebrochen. Mehr als 1000 Menschen wurden getötet und rund 150 000 in die Flucht getrieben.