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Hongkong hinter der Glitzerkulisse

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Hongkong hinter der Glitzerkulisse

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Wolkenkratzerskyline und Shoppingparadies: erste Eindrücke eines Touristen in Hongkong. HK Free Tours will an der Glitzerkulisse kratzen und den Blick der Besucher auf die Metropole schärfen. Auf ihrer Dreistundenführung führt Alla Lau an Obdachlosen vorbei und erklärt die Armut anhand der Käfigwohnungen. Touristen erfahren von der Fremdenführerin viel über ausländische Hausangestellte, die für weniger als den Mindestlohn schuften und freiberufliche Straßenverkäufer, die von der Polizei gejagt werden.

“Es war echt überzeugend, man hat gesehen, wie es auf den Straßen in den dicht besiedelten Stadtteilen zugeht, ich fand es sehr interessant”, sagt der englische Tourist Barry Franks.


Der ehemalige Finanzmanager und Free-Tours-Gründer Michael Tsang zeigt einer Touristengruppe das Geschäftsviertel, wo 2014 die Demonstrationen der Regenschirmrevolution das Stadtleben der chinesischen Sonderverwaltungszone für knapp drei Monate zum Stillstand brachte. Sowohl er als auch Lau nahmen an den Protesten teil. Beide glauben, dass es wichtig ist, über Hongkongs Verhältnis zu China zu sprechen:

“Ich bin sicher, dass eines Tages, vor allem angesichts unserer aktuellen politischen Situation in Hongkong wieder etwas passieren wird und wenn es dann in den Nachrichten gezeigt wird, hoffe ich, dass Leute, die auf meiner Tour waren und mir zugehört haben, sich an ein Hongkong der Einheimischen erinnern werden und eine Vorstellung davon haben, was hier tatsächlich passiert und dann werden sie vielleicht die Geschehnisse etwas besser verstehen”, so Fremdenführerin Alla Lau.

Auch die Preise der alternativen Stadtführungen fallen aus dem Rahmen: Der Kunde soll zahlen, was ihm die Tour wert ist.