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Erst ab 2 Kilo Kokain: Irans Parlament will weniger Todesstrafen für Drogendelikte

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Erst ab 2 Kilo Kokain: Irans Parlament will weniger Todesstrafen für Drogendelikte

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Im Iran hat das Parlament an diesem Sonntag die Todesstrafe für wegen Drogenverbrechen Verurteilte zumindest eingeschränkt. So könnten in Zukunft zahlreiche Exekutionen verhindert werden, denn ein großer Teil der iranischen Todesurteile betrifft Drogendealer oder -abhängige. Zur Zeit sitzen 5.300 wegen Drogendelikten zum Tode Verurteilte in iranischen Gefängnissen ein. Die Strafen eines Teils dieser zum Tode Verurteilten könnten jetzt in Haftstrafen umgewandelt werden.

Der Wächterrat muss der vom Parlament beschlossenen Reform noch zustimmen.

In Zukunft sollen die Herstellung und der Verkauf von Drogen erst ab einer Menge von zwei Kilo Kokain oder Amphetaminen mit der Todesstrafe geahndet werden. Zur Zeit gilt die Todesstrafe ab 30 Gramm Kokain oder Amphetaminen. Bei Opium und Marihuana soll die Todesstrafe ab 50 Kilo statt bisher fünf Kilo gelten, wie die Nachrichtenagentur AFP erläutert.

Weiterhin zum Tode verurteilt werden, sollen die Chefs von Drogenkartellen, wer Minderjährige zum Dealen von Drogen anleitet, wer Schusswaffen einsetzt oder wer schon zuvor zu einer Gefängnisstrafe von mindestens 15 Jahren verurteilt wurde.

Laut dem Abgeordneten, der die Gesetzesreform vorbrachte, konsumieren mehr als sechs Millionen Iraner Drogen, 5,2 Millionen könnten als Drogenabhängige bezeichnet werden.

Einige Verantwortliche der Polizei sind allerdings gegen die Reform, weil diese ihrer Meinung nach zum Drogenhandel ansporne.

AMNESTY INTERNATIONAL zählt den Iran zu den fünf Ländern der Welt, in denen 2016 die meisten Todesurteile wegen Drogendelikten vollstreckt wurden.

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