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Burka-Eklat im australischen Parlament

Eine rechtspopulistische Abgeordnete wollte die Regierung zu einem Burka-Verbot bewegen, kassierte allerdings umgehend eine Standpauke in Sache Respekt.

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Burka-Eklat im australischen Parlament

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Erstaunte Gesichter in einer Fragestunde des australischen Parlaments in Canberra. Um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen hatte sich die Senatorin Pauline Hanson aus dem Bundesstaat Queensland eine Burka übergeworfen. Wenig später zog sie den Ganzkörperschleier aus und stellte den Antrag auf ein Burka-Verbot in der australischen Öffentlichkeit. Eine große Mehrheit der Australier sei dafür. Hanson ist Abgeordnete und Vorsitzende der als rechtspopulistisch und rassistisch geltenden Partei One Nation.

Generalstaatsanwalt George Brandis, der die Szene mitangesehen hatte, parierte prompt. “Senatorin, nein, wir werden die Burka nicht verbieten. Wir haben rund eine halbe Million Muslime in Australien und die breite Mehrheit besteht aus gesetzestreuen, guten Australiern. Sich über diese Glaubensgemeinschaft lustig zu machen, sie in die Ecke zu drängen und die Kleidungsbräuche dieser Religion zu veralbern ist etwas Fürchterliches und ich möchte sie auffordern nachzudenken über das, was sie da eben getan haben”, so der Vertreter der Regierung von Malculm Turnbull – und erntete Applaus.

Burka-Kritiker befürchten, islamistische Attentäter könnten sich den Ganzkörperschleier zu Nutze machen, um Anschläge auszuführen. In Australien war im Juli ein sogenannter islamistisch inspirierter Sprengstoffangriff auf ein Flugzeug vereitelt worden.

Pauline Hanson verbreitete ihre Rede anschließend über den Kurznachrichtendienst Twitter: