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Nähe zu Rassisten: Internationale Kritik an Trumps Äußerungen

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Nähe zu Rassisten: Internationale Kritik an Trumps Äußerungen

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Die Äußerungen von Donald Trump zu den Ausschreitungen bei einer rechtsradikalen Demonstration haben politische Konsequenzen. Mehrere hochrangige Berater aus der Wirtschaft haben ihre Tätigkeit für den Präsidenten aufgegeben, unter ihnen der Vorstandschef des Pharmaherstellers Merck, Kenneth Frazier, und Intel-Chef Brian Krzanich. Jetzt hat Trump von sich aus zwei der Beratergremien aufgelöst. Auf Twitter schrieb er, er wolle keinen Druck auf die Geschäftsleute ausüben. Außerdem dankte er den Ex-Beratern.


Trump hatte sich nur sehr zögerlich und zweideutig von rechtsradikaler Gewalt abgegrenzt. Das ärgert auch Parteikollegen, unter ihnen die beiden Ex-Präsidenten George Bush Senior und Junior. Amerika müsse zu jeder Zeit Rassenfanatismus, Antisemitismus und Hass in jeglicher Form ablehnen, schrieben die Bushs in einer gemeinsamen Erklärung. Dann erinnerten sie noch an den bekanntesten Bürger der Stadt Charlottesville, in der die Ausschreitungen stattfanden: Thomas Jefferson, den Verfasser der Unabhängigkeitserklärung. Der die Worte nieder geschrieben habe, dass jeder gleich geboren werde und mit gleichen Rechten auf die Welt komme.

Unterdessen haben auch Verbündete der USA sich ungewöhnlich kritisch geäußert. Die britische Premierministerin Theresa May sagte, man könne Faschisten und ihre Gegner nicht auf einer Ebene sehen. In Berlin demonstrierten Bürger gegen Rassismus und US-Präsident Trump. Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel warf Trump vor, einen “Riesenfehler” begangen zu haben. Ein Teil von Trumps Unterstützern sei eng verwoben mit der rechtsradikalen Szene.