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Timbuktu: Islamist zu 2,7 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt

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Timbuktu: Islamist zu 2,7 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt

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2,7 Millionen Euro Schaden hat der Islamist Amad al-Faqi al-Mahdi durch die Verwüstung von Unesco-Weltkulturerbe im malischen Timbuktu angerichtet. Zu diesem Urteil kam der Internationale Strafgerichtshof am Donnerstag.

2012 überfielen Islamisten den Norden Malis. Sie töteten Menschen, plünderten und sie machten kulturelle Schätze dem Erdboden gleich. Mahdi ordnete die Zerstörung von neun mittelalterlichen Mausoleen und einer Moschee in Timbuktu an und koordiniert sie. Teilweise beteiligte sich der Islamist auch selbst an den Zerstörungsaktionen.

Da er frühere Dschihadist selbst nicht finanziell in der Lage ist, die 2,7 Millionen Euro Wiedergutmachung zu leisten, wird das Geld möglicherweise aus einem Treuhandfonds genommen, in den die Mitgliedstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs eingezahlt haben.

Der Richter Raul Pangalangan sagte in Den Haag außerdem: “Die Reparationszahlungen können auch in Form von symbolischer Wiedergutmachung wie Gedenkfeiern oder Zeremonien geleistet werden. So wird das moralische Leid der Menschen in Timbuktu anerkannt.”

Der Angeklagte hatte sich beim Prozessauftakt im August 2016 einsichtig gezeigt. Er bedaure seine Taten. Es ist das erste Mal, dass sich der Internationale Gerichtshof in Den Haag nicht mit menschlichen Opfern, sondern mit der Zerstörung von Weltkulturerbe befasst hat.