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Washington: Aus für Trumps Chefstrategen Bannon

Freitag war bereits der letzte Arbeitstag für den 63-Jährigen im Weißen Haus.

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Washington: Aus für Trumps Chefstrategen Bannon

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Stephen Bannon verlässt das Weiße Haus. Stabschef John Kelly und Bannon haben vereinbart, dass heute der letzte Arbeitstag von Donald Trumps Chefstrategen im Weißen Haus ist. Das geht aus einer Mitteilung von Trumps Sprecherin Sarah Sanders hervor. Man danke ihm für das Geleistete und wünsche ihm das Beste, hieß es weiter.

Der 63-Jährige gilt als vehementer Vertreter der nationalistischen Wirtschaftspolitik des Präsidenten. Zuletzt allerdings hatte Bannon die Nordkorea-Politik des US-Präsidenten konterkariert, indem er eine militärische Option zur Lösung des Konflikts auf der Halbinsel kategorisch ausschloss. Trump soll darauf – Medien zufolge – wütend reagiert haben.

Ferner wurde Bannon verdächtigt, vertrauliche Details aus dem Weißen Haus an Medien weitergegeben zu haben.

Zusammen mit Stephen Miller gilt Bannon als Architekt der “America-First”-Strategie Donald Trumps. Bannon war bis August 2016 auch Chef des radikalen rechten Onlineportals Breitbart.

Über Bannons Rücktritt hatten amerikanische Medien zuletzt immer wieder spekuliert.

Stephen Bannon galt als einer der wichtigsten Wegbereiter Trumps auf dessen Weg ins Weiße Haus, doch in den letzten Monaten herrschte Eiszeit zwischen dem US-Präsidenten und Bannon.
Der jüngste Eklat um Trumps späte Verurteilung des Vorfalls von Charlottesville, Virginia, scheint das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben. Nach der Gewalteskalation mit einer Toten während einer rechtsradikalen Kundgebung hatte der Präsident sehr vage die Gewalt “auf vielen Seiten” verurteilt, sich aber nicht explizit von den Neonazis distanziert. Erst unter dem Druck der Öffentlichkeit legte der Präsident am Dienstag, mehr als 48 Stunden später nach, und rügte die Rassisten als “böse”. Wenig später ruderte der US-Präsident wieder zurück, es habe “Gewalt auf beiden Seiten” gegeben. Trumps Kritiker sehen hinter der Zeitverzögerung die Handschrift von Bannon, mit dem Trump zu der gewalttätigen Auseinandersetzung in Virginia mehrfach Rücksprache gehalten hatte. So soll er Trump geraten haben, Rechtsradikale nicht ausdrücklich zu verurteilen.

Im Weißen Haus stand Bannon mit vielen auf Kriegsfuß: So hatte sich Trump-Berater und Schwiegersohn Jared Kushner bereits im März mit ihm überworfen, Sicherheitsberater Herbert R. McMaster und Stabschef John F. Kelly machten kein Geheimnis aus ihrer Ablehnung des ehemaligen Chefstrategen. Erst kürzlich, bei einem Dinner vor Trumps Sommerurlaub, hatte Rupert Murdoch, einer der Gründer von Trumps Lieblings-Fernsehsender Fox News, Trump dazu geraten, Bannon zu feuern.