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Spanien verzichtet auf höchste Sicherheitsstufe

Innenminister Zoido sagte, man sei damit dem Rat der Fachleute gefolgt.

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Spanien verzichtet auf höchste Sicherheitsstufe

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Der spanische Innenminister Juan Ignacio Zoido hat die Bevölkerung nach dem Anschlag von Barcelona zu Besonnenheit aufgerufen. Zugleich sicherte er zu, dass man den Kampf gegen den Terrorismus gewinnen werde, auch wenn dieser lange dauern könnte.

“Die Fachleute haben uns einstimmig empfohlen, die Sicherheitsstufe bei 4 zu belassen und nicht auf 5 heraufzusetzen. Dieser Empfehlung haben wir entsprochen. (…) Die Sicherheit der Menschen zu garantieren, ist das Wichtigste. Und ich möchte alle bitten, trotz der verständlichen Besorgnis Ruhe zu bewahren”, sagt Zoido.

Dass die Sicherheitsstufe nicht heraufgesetzt wird, begründete er damit, dass man im Moment nicht davon ausgehe, dass die unmittelbare Gefahr eines weiteren Anschlags gegeben sei. Man werde aber die Sicherheitsvorkehrungen an gewissen Orten des öffentlichen Lebens verstärken, dort wo viele Menschen zusammenkommen und dort wo sich viele Touristen aufhalten.

In Sachen Ermittlungsstand hielt sich der spanische Innenminister bedeckt. Er bat um Verständnis, dass man gewisse Einzelheiten nicht an die Öffentlichkeit geben könne, das könne nur die weiteren Ermittlungen gefährden. Zoido sagte, er gehe davon aus, dass die Terrorzelle, die hinter dem Anschlag von Barcelona stehe, mittlerweile zerschlagen sei.

Medienberichten zufolge ist noch unklar, wer der Täter von Barcelona war. Der Polizeipräsident von Katalonien hatte geäußert, es gebe keine ausreichenden Belege für die Annahme, dass der 17-Jährige Moussa O. den Lieferwagen steuerte, mit dem auf Las Ramblas Passanten überfahren wurden. Dies sei eine Möglichkeit, diese sei aber nicht gesichert.

Moussa O. wurde nach Polizeiangaben in der Nacht zum Freitag ebenso wie vier weitere Verdächtige erschossen, als im Ferienort Cambrils, etwa 100 Kilometer von Barcelona entfernt, gegen mutmaßliche Terroristen vorgegangen wurde. Im Auto der Verdächtigen wurden Messer, eine Axt sowie Sprengstoffgürtel-Attrappen sichergestellt. Die Polizei rechnet damit, dass weitere Personen mit ihnen in Kontakt standen, sie geht von zwölf Verdächtigen aus. Möglicherweise zählen auch ein oder zwei Personen dazu, die am Mittwoch ums Leben kamen, als sich in Alcanar eine Explosion ereignete. Dort könnten nach Polizeiangaben die Vorbereitungen für den Anschlag durchgeführt worden sein. Spanische Medien berichten, es werde momentan nach einem 22 Jahre alten Marokkaner gefahndet. Innenminister Zoido ließ Nachfragen unkommentiert, ob sich Verdächtige ins Ausland abgesetzt haben könnten.

Am Donnerstag war auf der Flaniermeile Las Ramblas in Barcelona ein Terroranschlag mit einem Lieferwagen verübt worden. Dieses Fahrzeug war zuvor angemietet worden. 13 Menschen kamen ums Leben, 126 weitere Personen erlitten Verletzungen. Unter den Opfern sind zahlreiche Touristen, sie stammen aus 34 Ländern. Der Täter raste in Schlangenlinien über die Straße, offenbar um möglichst viele Passanten zu treffen. Anschließend türmte er zu Fuß.