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Scheidung, weil keine Toilette

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Scheidung, weil keine Toilette

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Eine junge Frau in Indien beantragte die Scheidung von ihrem Mann …
… weil er in seinem Haus keine Toilette bauen wollte.

Das Paar sei seit 2011 verheiratet und die Frau soll vor zwei Jahren die Scheidung eingereicht haben. Ihr Mann habe ihr nur abends im Freien erlaubt, sich zu erleichtern.
Nun gaben Richter im nördlichen Bundesstaat Rajasthanhat in einem offenbar historischen Urteil der Frau recht. Richter Rajendra Kumar Sharma beschrieb der AFP den Mangel an Hygiene als schändlich und quälend: “Das ist nicht nur körperliche Grausamkeit, sondern auch empörend für den Anstand einer Frau.”

Die 24-Jährige soll von ihrem Mann auch gezwungen worden sein, sich im Freien zu waschen. Er habe an den Zuständen nichts ändern wollen.
Eine Scheidung in Indien ist nur dann zulässig, wenn dem Gericht zum Beispiel Beweise für häusliche Gewalt oder Grausamkeit vorgelegt werden.

Scheidungen wegen Hygienevorschriften des Mannes, sind keine Seltenheit in Indien. Bereits in den vergangenen Jahren wurden solche Fälle gemeldet.
Das Fehlen von Sanitäranlagen ist ein großes Problem in Indien. Nach Angaben von UNICEF sind etwa 594 Millionen Inder (das heißt fast die Hälfte des Landes) davon betroffen.

Fast 70 Prozent der indischen Haushalte haben keine Toiletten.

Der indische Ministerpräsident, Narendra Modi, hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2019 jeder Haushalt mit Toiletten ausgestattet sein soll. Dagegen aber gebe es in Teilen der Bevölkerung Widerstand.