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Nur unter 3 Umständen: Chile legalisiert Abtreibung

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Nur unter 3 Umständen: Chile legalisiert Abtreibung

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Jubel vor dem chilenischen Verfassungsgericht am Montag in Santiago de Chile. Hunderte Menschen feiern einen Etappensieg nach einem jahrelangen Kampf. Das Verfassungsgericht hat Abtreibungen in drei Fällen erlaubt: bei Lebensgefahr für die Mutter, nach einer Vergewaltigung und wenn der Fötus keine Überlebenschance hat. Bisher waren Abtreibungen in Chile verboten, ohne Ausnahme. Ein Gesetz aus Zeiten der Militärdiktatur.

Eine Abtreibungsbefürworterin sagt: “Das ist ein historischer Meilenstein im jahrzehntelangen Kampf von Feministinnen, Frauen und Menschenrechtsorganisationen. Wir hatten eine sehr starke Position in der Debatte im Parlament, wir haben vor dem Verfassungsgericht überzeugt und die drei Gründe wurden anerkannt.”

Der Senat hatte der Lockerung bereits zugestimmt. Doch konservative Oppositionspolitiker und allen voran die katholische Kirche stellten sich gegen den Gesetzentwurf. Für eine Abtreibungsgegnerin ist die Entscheidung der Verfassungsrichter in Santiago de Chile: “Ein schwarzer Tag für das Land. Sie haben soeben den Völkermord legalisiert.”


Von einem historischen Tag sprach dagegen die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet auf Twitter. Sie hatte die Gesetzvorlage vor zwei Jahren im Parlament eingereicht. Nicht um Leben zu töten, sondern in erster Linie um sie zu retten. Laut Human Rights Watch trieben in Chile bisher jährlich rund 160.000 Frauen ab – illegal, heimlich und oft unter lebensgefährlichen Umständen ab.