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Ministerin gegen Autobauer - Streit um Diesel-Nachrüstungen

Bundesumweltministerin Hendricks fordert von den Herstellern Motor-Nachrüstungen. Die halten die Beschlüsse vom Umweltgipfel für ausreichend.

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Ministerin gegen Autobauer - Streit um Diesel-Nachrüstungen

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Die deutschen Autobauer halten die beim Dieselgipfel beschlossenen Schritte zur Luftverbesserung für ausreichend. Der Branchenverband VDA teilte mit, es bestehe kein Anlass für Nachjustierungen. Nachrüstungen an Motorbauteilen, wie von Umweltministerin Barbara Hendricks gefordert, seien in der Breite nicht umsetzbar.

Die Ministerin hält ein Software-Update, das von der Automobilindustrie angeboten werde und rund 150 Euro koste, für nicht ausreichend. Es müsse auch geschraubt werden, sagte Hendricks: “Um Vertrauen zurück zu gewinnen bei den eigenen Kundinnen und Kunden, ist es nach meinem Dafürhalten auch im wirtschaftlichen Interesse der Unternehmen sich in diese Richtung zu bewegen.”

Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub VCD begrüßte, dass Hendricks die “Erkenntnisse der Umweltschutzverbände über die unzureichenden Ergebnisse des Dieselgipfels stützt”. Auch der VCD hatte sich für Hardware-Nachrüstungen ausgesprochen. Diese kosteten pro Fahrzeug 1500 Euro, das müsse die Autoindustrie zahlen.


Nach einer Analyse des Umweltbundesamtes wird die Luft in fast 70 deutschen Städten auch nach der Umsetzung der von der Autoindustrie zugesagten Schritte schmutziger bleiben als erlaubt. Mit den Updates sowie den Umtausch-Prämien für Diesel könne die Belastung durch Stickoxid nur um bis zu sechs Prozent gesenkt werden.