Eilmeldung

Nordkorea-Konflikt: China und Russland zeigen sich irritiert über US-"Exzess"

Sie lesen gerade:

Nordkorea-Konflikt: China und Russland zeigen sich irritiert über US-"Exzess"

Schriftgrösse Aa Aa

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un will mehr Raketen produzieren lassen. Eine entsprechende Anweisung sei an das Institut für chemische Materialen der Akademie für Verteidigungswissenschaft gegangen, berichten die staatlichen Medien des Landes. Dabei soll es vor allem um sogenannte Festtreibstoffraketen gehen. Diese können im Einsatzfall besonders schnell startklar gemacht werden.

Bei einem Besuch des Instituts soll sich Kim besonders über die Herstellung von Sprengkopfspitzen für Interkontinentalraketen informiert haben, außerdem über besagte Festtreibstoffantriebe für Raketen.

Die USA haben unterdessen neue Sanktionen für Unternehmen aus mehreren Staaten vorgesehen, weil diese angeblich Nordkorea unterstützen. Betroffen sind neben nordkoreanischen Firmen auch solche aus Russland, Singapur und China. Dort zeigte man sich irritiert: “Das hilft nicht, den Konflikt zu lösen”, so die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying. “Es erhöht nicht das gegenseitige Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen China und den Vereinigten Staaten. Wir fordern die USA auf, diese Verfehlung sofort zu korrigieren.”

Auch das russische Außenministerium reagierte scharf: In einer Stellungnahme spricht man dort von einem “Exzess” der USA. In Russland bestehe man dagegen darauf, Konflikte im Dialog zu lösen.

Weniger scharf reagierte die Regierung Singapurs. Im dortigen Außenministerium hieß es, man sei von den USA vorab über den Schritt informiert worden, jetzt werde in dieser Sache ermittelt. In einer Stellungnahme heißt es, Singapur werde seine Verpflichtungen gegenüber internationalem Recht und im Rahmen der Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats strikt erfüllen und nicht erlauben, dass sein Finanzwesen durch illegale Aktivitäten missbraucht werde.

China gilt als einer der letzten Staaten, die noch einigermaßen normale diplomatische Beziehungen zu Nordkorea unterhalten. Gerade deshalb ist China aber auch wichtiger Gesprächspartner der internationalen Staatengemeinschaft, wenn es gilt, das Verhalten Nordkoreas zu beeinflussen. China hat – wenn auch vorsichtiger als andere Staaten – das Verhalten der nordkoreanischen Regierung ebenfalls mehrfach kritisiert.

Vor rund zwei Wochen hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen. Dennoch haben Beobachter jüngst vorsichtig von einer Entspannung der Lage gesprochen, nachdem die Kriegsrhetorik zwischen den USA und Nordkorea etwas zurückgegangen ist.