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Amatrice: Gedenken am Jahrestag des Erdbebens

Am 24. August 2016 starben in Mittelitalien 299 Menschen durch ein Erdbeben der Stärke 6.

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Amatrice: Gedenken am Jahrestag des Erdbebens

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Am Jahrestag des verheerenden Erdbebens mit fast 300 Toten hat Italien der Opfer gedacht. In der besonders getroffenen Kleinstadt Amatrice in Mittelitalien kamen Bewohner, Angehörige und Ministerpräsident Paolo Gentiloni zu einer Messe zusammen.

Der Bischof von Rieti sagte, Amatrice werde wieder auferstehen. Aber es sei gut, auch die Wunden zu erhalten. Der Wiederaufbau sei möglich, aber der Ort könne nicht genauso wie vorher wieder hergestellt werden.

Tausende Häuser sind immer noch nicht bewohnbar. Viele der Überlebenden wohnen in Behelfsunterkünften, andere in selbstgezimmerten Wohnwagen, oder sie sind ganz weggezogen.

Der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi, ist vor allem mit Klagen über die ausufernde Bürokratie konfrontiert:“Schlussendlich hoffe ich, dass Ende September oder spätestens Mitte Oktober alle 480 Familien ein neues Zuhause in würdigen Umständen haben werden.”

Fertighäuser in Leichtbauweise sind am Rande von Amatrice entstanden. Auch ein Restaurant und Geschäfte haben sich hier angesiedelt. Einwohner von Amatrice schwanken zwischen Hoffnung und Skepsis.

Ein Mann sagte: “Es geht gut voran. Wir sehen erste Ergebnisse und das gibt uns große Hoffnung, dass jeder einen Neustart schafft und sich diese eigentlich sehr schöne Region erholt.”

Ein anderer ist skeptischer:“Ich sehe hier keine Zukunft. Ich bedaure die jungen Leute, die immer noch daran glauben. Wenn ich mir die Dinge hier angucke, dann sehe ich keine Zukunft.”

Der Erdstoß der Stärke 6 war der Auftakt einer Erdbebenserie, die mehrere Orte verwüstete. In der gesamten Region kamen 299 Menschen ums Leben.

Seit dem ersten Erdstoß vor einem Jahr gab es laut der italienischen Erdbebenwarte bereits 75.000 Nachbeben. Pfusch am Bau und alte oder illegal errichtete, nicht erdbebensichere Häuser gelten als ein Grund für die verheerenden Folgen.