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Urteil gegen indischen Guru: Tote bei Demonstrationen

"Popstar"-Guru Ram Rahim wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen

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Urteil gegen indischen Guru: Tote bei Demonstrationen

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In Indien sind bei Randalen nach dem Gerichtsurteil gegen einen Guru mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen, indische Medien sprechen sogar von 30 Toten. Der Polizei zufolge wurden viele weitere verletzt.

Die meisten Toten gab es in Panchkula im Norden des Landes. Mehr als 100.000 Anhänger des Gurus waren zur Verkündung des Gerichtsurteils in den Ort nahe Chandigarh angereist.

Dass es Ausschreitungen geben würde, war absehbar. Schulen und Büros blieben geschlossen, Busse und Züge standen still. Der mobile Internetzugang wurde unterbrochen. Drei Cricket-Stadien waren als Übergangsgefängnisse für Krawallmacher vorgesehen. Nach Ausbruch der Gewalt verkündeten die Behörden eine Ausgangssperre in mehreren Orten in der Gegend. Das Militär setzte 600 Soldaten ein. Auch in der Hauptstadt Neu Delhi gab es Proteste.

Der 50 Jahre alte Guru Ram Rahim ist Chef einer spirituellen Vereinigung. Er wurde wegen Vergewaltigung von zwei seiner Anhängerinnen schuldig gesprochen, das Strafmaß steht noch nicht fest. Desweiteren ist er wegen Mordes an einem Journalisten angeklagt. Hunderte seiner Anhänger, so ein weiterer Vorwurf, soll er zur Kastration gezwungen haben. Kurz vor dem Urteil hatte Rahim noch mitgeteilt, er habe immer das Gesetz respektiert.

Seine Organisation mit Namen “Sekte des wahren Geschäfts” hat nach eigenen Angaben 60 Millionen Mitglieder. Gerne zeigt sich der Guru auch als Pop-Sänger und Schauspieler. In Actionfilmen verkörpert er dabei als Hauptdarsteller einen Boten Gottes.

Werbung für einen von Rahims Filmen