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Myanmar: Gewalt zwischen Armee und Rohingyas treibt viele in die Flucht

In Myanmar geht die Gewalt zwischen muslimischen Rohingya und den Sicherheitskräften weiter. Viele Menschen fliehen.

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Myanmar: Gewalt zwischen Armee und Rohingyas treibt viele in die Flucht

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In Myanmar geht die Gewalt zwischen muslimischen Rohingya und den Sicherheitskräften weiter. Betroffen ist die Region Rakhine im Nordwesten des Landes.

Der jüngste Ausbruch der Gewalt begann am Freitag, als rund 1000 bewaffnete Rohingya Posten von Polizei und Militär angriffen. Seither sind fast 100 Menschen getötet worden.

Die Regierung ließ 4000 nichtmuslimische Dorfbewohner aus der umkämpften Gegend holen. Tausende Rohingya versuchen indes ins benachbarte Bangladesch zu fliehen. Rund 70 Rohingya wurden bisher von den dortigen Grenzern zurückgeschickt.

Hamid Hossain, ein Rohingya-Flüchtling, der es mit seiner Familie nach Bangladesch geschafft hat, berichtet: “Einer meiner Söhne verschwand, als wir über die Grenze gingen. Wir hielten die Folter der Regierung in Myanmar nicht mehr aus. Sie töten uns, Leichen liegen auf dem Boden, wir sind hilflos. Leute der Regierung zündeten unsere Häuser an, sie töteten unsere kleinen Kinder. Wie sollen wir dort leben?”

Die bewaffnete Arakan Rohingya Befreiungsarmee tauchte vergangenen Oktober auf. Schon damals kam es zu heftigen Kämpfen zwischen Rohingya und der Armee. In Rakhine leben mehr als eine Million Rohingya. Das buddhistisch geprägte Myanmar erkennt sie nicht als Bürger an.

Die Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung Sang Suu Kyi sprach von “bengalischen Terroristen”. Sie spielte damit darauf an, dass die Rohingyas vom Staat als illegale Einwanderer aus dem muslimischen Bangladesch angesehen werden.

Die Vereinten Nationen verurteilten die Gewalt und riefen alle Konfliktparteien zu einem Dialog auf, wie die für Myanmar zuständige UN-Vertreterin Renata Lok-Dessallien in einer Erklärung sagte.