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Schleppende Brexit-Verhandlungen: "Enorm viele Fragen"

Kein einziges britisches Brexit-Papier stelle ihn zufrieden, sagte

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Schleppende Brexit-Verhandlungen: "Enorm viele Fragen"

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Seite an Seite in Brüssel und doch meilenweit durch den Brexit getrennt. EU-Chefunterhändler Michel Barnier und der britische Brexit-Verhandlungsführer David Davis scheinen auch während der dritten Verhandlungsrunde in Brüssel nicht richtig voranzukommen.

Die wichtigsten Punkte:

- Der künftige Status von in Großbritannien lebenden EU-Bürgern – Die Art und Ausgestaltung eines Handelsabkommens – Die Grenze zwischen Irland und Nordirland – Und schließlich die Frage, wieviel der Brexit am Ende kosten wird

Politikwissenschaftler Christian Lequesne:“Grundsätzliches ist bislang noch nicht diskutiert worden. Gerüchtehalber könnte sich die Konservative Partei bereit erklären, einem 40-Milliarden-Euro-Deal von Premierministerin Theresa May zuzustimmen, was übrigens ein Fortschritt wäre. Aber auf europäischer Seite werden weitaus höhere Beträge gehandelt. Deshalb muss irgendwie ein Kompromiss her. Das ist für mich das sensibelste Thema.

Wenn es in Großbritannien allgemein um die Gelder von Steuerzahlern geht, und vor allem um Steuergelder, die nach Europa fließen, dann gibt es praktisch automatisch sehr kontroverse Debatten, die in der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Das passiert nicht zum ersten Mal. Erinnern wir uns an die Debatten in den Achtzigern, als Frau Thatcher sagte: “Ich will mein Geld zurück. Damals musste ein Kompromiss gefunden werden, der mit einem britischen Rabatt endete.”

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat ein vernichtendes Urteil über die bislang vorliegenden britischen Papiere gefällt. Kein einziges stelle ihn wirklich zufrieden, sagte», sagte Juncker vor EU-Botschaftern in Brüssel. Es gebe “enorm viele Fragen”, die noch offen seien.