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Budapest: Japan dominiert Judo-WM

Japan führt im Medaillenspiegel mit fünf Goldmedaillen. Die Mongolei ist zweiter mit einmal Gold. Die deutschen Judoka ringen noch um ihre Form.

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Budapest: Japan dominiert Judo-WM

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Dritter Wettkampftag der Judo-WM in Budapest: Sumiya Dorsjuren gegen Yoshida Tsukasa oder anders ausgedrückt: Die Nummer eins der Welt aus der Mongolei stand der Nummer zwei aus Japan gegenüber in der Klasse bis 57 Kilogramm.

Ein spektakulärer Kampf über 13 Minuten, der die Zuschauer von den Sitzen riss. Die Mongolin gewann am Ende vor den Augen ihres Verbandspräsidenten mit einer Waza-ari-Wertung.

Sumiya Dorjsuren freute sich im Interview: “Ja! Ich habe es geschafft!” Und weiter: “Der Präsident des mongolischen Judoverbandes ist jetzt der Präsident der ganzen Mongolei. Ich wollte ihm den WM-Titel als Geschenk überreichen. Und das habe ich geschafft.”

Die Judo-Nation Japan gab sich aber nicht geschlagen. In der Männer-Kategorie bis 73 Kilogramm stand der japanische Weltranglistenerste Soichi Hashimoto der Nummer zwei, Rustam Orujov aus Aserbaidschan, gegenüber.

Wieder ein Kampf auf Biegen und Brechen, in dem der Japaner seiner Favoritenrolle jedoch gerecht wurde.

Durch seinen Sieg spricht der Medaillenspiegel eine noch deutlichere Sprache als nach Wettkampftag zwei. Japan liegt mit fünf Mal Gold vorn, der Rest der Welt – vertreten durch die Mongolei – kommt auf nur einen WM-Titel.

Gewinner Soichi Hashimoto sagte: “Ich hatte eine leichte Verletzung zwei, drei Wochen vor der WM, und konnte deshalb nicht trainieren. Ich habe mir dann einfach vorgestellt, was zu tun ist. Das Ergebnis ist Gold, das ist alles, was zählt.”

In der VIP-Ecke ist eine Sport-Legende zu Gast, aber nicht aus dem Judo-Bereich. Der Kubaner Alberto Juantorena gewann als Läufer Gold über 400 und 800 Meter bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal 1967. Ein Erfolg, den ihm seitdem keiner nachgemacht hat. Juantorena ist bekennender Judo-Fan:

“Ich verehre den Judo-Sport. Die Disziplin, die kämpferische Einstellung, um Perfektion zu erreichen. Judo hat einen gesellschaftlichen Wert für KInder und Erwachsene. Es lehrt und bildet. Judoka sind respektvoll und nett, sie geben sich nach dem Kampf die Hand. Das ist von unschätzbarem Wert im Judo, in der Leichtatheletik und allgemein im Leben.”

Wir kommen zum Moment des Tages. Lasha Shavdatuashvili aus Georgien, Olympiasieger von London, gelingt in der vierten Runde ein spektakulärer Ippon im Kampf gegen den Slowenen Martin Hojak.

Ein wundervoller Wurf, pures Judo vom Feinsten und deshalb unser Moment des dritten Wettkampftages von der Judo-WM in Budapest.

In Amelie Stoll, Igor Wandtke und Anthony Zingg scheiterten am Mittwoch alle drei deutschen Athleten früh und verpassten die Chance auf das Viertelfinale und eine mögliche Medaille.

Das Team des Deutschen Judobundes (DJB) ist damit nach drei von sieben WM-Tagen noch ohne Finalteilnahme.