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Judo - das Ende der japanischen Serie

Der Serbe Nemanja Majdov wird überraschend neuer Weltmeister der 90 Kilo Klasse

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Judo - das Ende der japanischen Serie

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Früher oder später musste es so kommen – drei Tage dominierten die Japaner die Wettbewerbe der Judoweltmeisterschaften , dann kam Europa zum Zug: Am Tag 4 wird die deutsche Nummer 124 der Weltrangliste Alexander Wieczerzak Weltmeister in der 81 kilo Klasse. Am fünften Tag ist der Serbe Nemanja Majdov dran, er ist neuer Weltmeister der 90 Kilo Klasse.

Er lieferte einige großartige Ippons während des Tages, nur im Finale konnte er nicht punkten. Musste er aber auch nicht, denn sein slowenischer Gegner Mihael Zgank schenkte ihm Dank seiner Fehler den Sieg. Und obwohl Majdov in hervorragender Verfassung war, gelang es ihm nicht aus dem Schatten der Nummer eins der Weltranglsite Aleksandar Kukolj zu treten. Aber seinem Landsmann gelang es nicht, zu liefern – und so machte er den Platz frei für den strahlenden Sieger des Tages: Nemanja Majdov.

Nemanja Majdov:
“Ich habe als Kind mit Judo angefangen, ich war 6, mein Vater hat mich trainiert. Ich habe davon geträumt, Weltmeister zu werden, aber das ich es schon in diesem Alter sein würde, mit 21…”

Die Frauen der 70 Kilo-Klasse

Ein Titel, eine goldene Medaille – und ein Lächeln, eine Medaille aus Silber und ein Kuss: in der 70 Kilo Klasse der Frauen gab es zwei glückliche Siegerinnen, denn Chizuru Arai aus Japan wurde Champion, und Maria Perez aus Puerto Rico holte sich ihre erste Medaille überhaupt in einer Weltmeisterschaft. Mit einem Shime Waza, einem Würgegriff, der der Gegnerin wahlweise die Luft oder die Halsschlagader abdrückt holte sich Japan sein sechstes Gold in diesem Wettbewerb.

Robert van de Walle ist Olympiasieger von Moskau 1980 und zweifacher Vizeweltmeister. Er beschreibt, was den Sport für ihn so wertvoll macht:

“Was bleibt, ist die Freundschaft unter den Athleten, die Erfahrung der Kämpfe, des Siegens und Verlierens. Das war für mich das Wichtigste, und ich freue mich, das sich daran anscheinend nichts geändert hat. Ich sehe, wie die Kämpfer am ersten Tag versuchen, ihre Gegner einzuschätzen, und wenn sie dann gekämpft haben schütteln sie sich die Hände… das ist die Freundschaft, die für immer bleibt, für das ganze Leben.”