Eilmeldung

Nordkorea: "Der Dax ist in Moll-Stimmung"

Der jüngste Atomtest Nordkoreas verunsichert die Finanzmärkte - vor allem die asiatischen Börsen haben Angst vor einem Krieg.

Sie lesen gerade:

Nordkorea: "Der Dax ist in Moll-Stimmung"

Schriftgrösse Aa Aa

Der jüngste Atomtest Nordkoreas vom Wochenende verunsichert die
Finanzmärkte – vor allem die asiatischen Börsen haben Angst vor einem Krieg. “Der Test hat die Unsicherheit im Markt nochmal verstärkt”, sagte Analyst Kim Hyung-ryeol vom Brokerhaus Kyobo Securities in Südkorea. Der Auswahlindex in Südkorea verlor 1,2 Prozent. Auch die Währung des Landes, der Won, gab zum Dollar deutlich nach. Der japanische Leitindex Nikkei rutschte um 0,9 Prozent ab.


Auch die Aktienmärkte in Europa reagierten überwiegend mit Verlusten. Dax und EuroStoxx50 verloren je ein halbes Prozent. Die Furcht vor einer Eskalation der Krise hatte den Dax schon im August unter die Marke von 12.000 Punkten gedrückt. Die “Anti-Krisenwährung” Gold verteuerte sich um mehr als ein Prozent auf ein Elf-Monats-Hoch von 1.339 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Robert Halver, Kapitalmarktanalyst bei der Baader Bank, Frankfurt:

“Der Dax ist in Moll-Stimmung. Wir haben weiterhin das Thema Nordkorea. Ein ernstes Thema ist das auf jeden Fall. Wer eine Wasserstoffbombe erfolgreich testet – da weiß man, der geht vielleicht noch weiter. Das Problem ist hier, wenn selbst Russland und China das Land nicht an die Zügel nehmen können, wer kann es dann? Das Problem ist auch für einen US-Präsidenten: Man kann sich nicht alles gefallen lassen. Und da seine Rhetorik ja sehr hart ist, muß man auch damit rechnen, dass es Präventivschläge gibt. Das muss man heute so genau sagen – und das stört die Aktienmärkte.”

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte hat nach Angaben aus Pjöngjang am
Sonntag eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Wasserstoffbomben sind ein Vielfaches stärker als herkömmliche atomare Sprengsätze.

Die Regierung in Südkorea reagierte mit einer Militärübung auf den Atomtest des Nachbarstaates Nordkorea. US-Präsident Donald Trump erwägt einen Abbruch der Handelsbeziehungen zu allen Staaten, die Geschäfte mit Nordkorea machen.
“Ein Handelskrieg zwischen den USA und China wäre ein Albtraumszenario für den
Aktienmarkt”, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von der
Vermögensverwaltung QC Partners, Frankfurt.

su mit dpa, Reuters