Eilmeldung

Leichenschändung: U-Boot Kapitän soll psychologisch untersucht werden

Die schwedische Journalistin starb an Bord des gesunkenen U-Bootes, angeblich erschlagen von einer zufallenden Luke

Sie lesen gerade:

Leichenschändung: U-Boot Kapitän soll psychologisch untersucht werden

Schriftgrösse Aa Aa

Seit 24 Tagen sitzt der dänische U-Boot Tüftler Peter Madsen im Gefängnis, und seine Geschichte wird umso abenteuerlicher, je mehr herauskommt. Fakt ist: Eine junge, schwedische Journalistin ist zu Recherchezwecken allein mit ihm an Bord seines selbst gebauten U-Boots. Madsen gibt an, er habe Kim Wall unbeschadet nahe eines Kopenhagener Uferrestaurants abgesetzt. Kurze Zeit später sinkt sein U-Boot „Nautilus“ aus ungeklärten Gründen. Tage später wird ihr Rumpf ohne Kopf, Arme oder Beine mit Gewichten beschwert im Wasser südlich von Kopenhagen gefunden.

Inzwischen hat Madsen zugegeben, dass die Journalistin an Bord gestorben ist, allerdings soll es ein Unfall gewesen sein. Nach einem Tauchgang hätten die beiden frische Luft schnappen wollen. Er habe das Luk aufhalten wollen, sei jedoch ausgerutscht und habe es nicht mehr halten können. Mit voller Wucht sei die 70 Kilo schwere Luke zugefallen. Die Journalistin sei sofort tot gewesen, das ganze Boot voller Blut. Er sei dann in Panik geraten, gab Madsen an, denn er glaube an Geister und habe Angst gehabt. Deshalb wollte er die tote Journalistin auf See bestatten und ließ sie über Bord gehen. Allerdings am Stück, er sagte aus, er habe der Toten keine Körperteile abgetrennt und sie auch nicht mit Metallteilen beschwert. Sein U-Boot versenkte Madsen dann selbst. Er habe die Ventile geöffnet, sei auf die Brücke gelaufen und habe ein Boot in der Nähe gerufen.

Das dänische Gericht beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, ob es zu Sex zwischen den beiden gekommen sei. Madsen bestritt, an Bord des U-Bootes Sex mit der Journalistin gehabt zu haben. Die Beziehung sei rein professionell gewesen. Allerdings wurde im Maschinenraum des U-Boots eine Damenunterhose gefunden. Auch hätten die Ärzte Kratzspuren an Madsens Haut festgestellt. Noch aber ist nicht klar, ob diese von Kim Wall stammen.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt ein psychologisches Gutachten bestellt, das Madsens Zurechnungsfähigkeit bewerten soll. Das Gericht entschied, dass er mindestens bis 3. Oktober in Untersuchungshaft bleibt.