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Vom Exporthafen zum Urlaubsziel - Batumi


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Vom Exporthafen zum Urlaubsziel - Batumi

Es gibt tausend Arten, Batumi zu besichtigen, Georgiens drittgrößte Stadt und Hauptstadt der Autonomen Republik Adscharien. Hier treffen Alt und Neu aufeinander, Tradition und Futuristisches. Zehn Jahre emsige Stadtentwicklung haben die Hafenstadt zu einem der Touristenmagneten am Schwarzen Meer gemacht.

Ihre Seele ist der Batumi Boulevard, der Ende des 19. Jahrhunderts angelegt wurde – gegenüber dem Hauptstrand und acht Kilometer entlang der Küste. Blogger Davit Trapaidze erzählt: “Vor zwanzig Jahren war es hier etwas ganz Anderes: Das war eine Pufferzone des NATO-Mitglieds Türkei, es waren viele Soldaten hier. Mehrere Kilometer um den Strand von Batumi herum konnte man nicht einfach mal so frei herumschwimmen. Im Vergleich zu heute ist das wie Schwarz und Weiß.”



Auf dem Boulevard kommt man an vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei, so auch an der Statue von Ali und Nino. Sie ist inspiriert vom gleichnamigen Roman über die Liebe zwischen einem aserbaidschanischen Adligen und einer georgischen, christlich erzogenen Fürstentochter. Die beiden metallischen Silhouetten rotieren umeinander, ohne sich je zu treffen, vereinen sich optisch aber für einen Moment zum Kuss. Davit Trapaidze: “Die Statue steht hier seit 2010. Heute ist sie einer der beliebtesten Orte von Batumi.”



Unweit steht der 130 Meter hohe Alphabet-Turm. Kunsthistorikerin Maia Tchitchileishvili erklärt, was es damit auf sich hat. “Das georgische Alphabet ist einzigartig. Es stammt aus dem dritten Jahrhundert vor Christus. Jeder Ton entspricht einem Buchstaben. Das Alphabet wurde in drei Stufen entwickelt, und jede ist in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Der Turm hat die Form der DNA, in dem Sinne, dass das Alphabet der genetische Code Georgiens ist.”




Batumis neues Gesicht ist der Europa-Platz. Seinen Namen erhielt er, als Adscharien der Versammlung der Regionen Europas beitrat. Renovierte Gebäude der Belle Epoque reihen sich an Neubauten ähnlichen Stils. Mittendrin das Denkmal der Medea mit dem Goldenen Vlies, der Königstochter in der griechischen Mythologie, die den Argonauten half, das Goldene Vlies nach Griechenland zu bringen.

Shota Gujabidze, Schriftsteller und Kulturerbe-Experte: “Die Geschichte Batumis als Ortsname begann vor etwa 2.500 Jahren. Aristoteles hat ihn erwähnt. Batumi als moderne Stadt wurde von 1878 an errichtet.” Zum heutigen Stadtbild sagt er: “Einige Gebäude sind offenkundig Neubauten aus den letzten fünf bis zehn Jahren. Es sind aber auch alte Häuser aus den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts und vom Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten. Und wenn Batumi eine Art alten Charme hat, dann dank dieser Gebäude.”



Zeit für eine Pause nach der Stadtbesichtigung. Im “FanFan” in einem historischen Gebäude fanden wir Lokalkolorit mit modernem Touch – und traditionelle Küche mit einer Prise Zeitgeschmack. Der Besitzer David Danelia führt uns einen traditionellen vegetarischen Vorspeisenteller aus Georgien vor: “Mit Lobio, das sind mit Gewürzen gekochte rote Bohnen in einem Tontopf, dann das traditionelle Elarji, eine Grütze aus grobem Maismehl, Speisestärke und Sulguni-Käse in Polenta-Stil gekocht, und außerdem die typische Bazhe-Walnuss-Sauße. Dazu eingelegtes Gemüse und georgische Sulguni-Käserollen.”


Gleich hinter Batumi geht es steil hinauf in die Berge. Gut acht Kilometer nördlich lohnt der Botanische Garten einen Besuch. Einer der größten der Welt und mit einer traumhaften Aussicht auf die Bucht von Batumi.



Mit dem Ausbau der Infrastruktur will die Regierung der Autonomen Republik Adscharien den Tourismus fördern und die Hauptsaison verlängern, erläutert Regierungschef Zurab Pataradze: “Tourismus-Förderung ist sehr wichtig für unsere Region. Neben der Entwicklung des traditionellen Tourismus arbeiten wir dieses Jahr auch an der Förderung von Skitourismus, landwirtschaftlichem und Land-Tourismus, und auch Extrem-Tourismus. Sie alle entwickeln sich sehr gut in unserem Land.”



Hotels, Bars und Casinos schießen wie Pilze aus dem Boden. Manche nennen Batumi schon das Las Vegas am Schwarzen Meer.


Unterstützt von der adscharischen Tourismusbehörde

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