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Suu Kyi zu Kritik an Rohingya-Politik: "Wir versuchen unser Bestes"

Komitee schließt Aberkennung von Suu Kyis Nobelpreis aus

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Suu Kyi zu Kritik an Rohingya-Politik: "Wir versuchen unser Bestes"

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In einer Petition haben mehr als 370.000 Menschen gefordert, dass der faktischen Regierungschefin Myanmars, Aung San Suu Kyi, der Friedensnobelpreis aberkannt wird.

Hintergrund sind gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der Armee und Rebellen der muslimischen Minderheit, der Rohingya. Nach Militärangaben sind 400 Menschen, meist Rohingya, getötet worden, mehr als 160.000 sind laut UN ins Nachbarland Bangladesch geflohen.

Die langjährige Oppositionelle habe in ihrer Rolle als faktische Regierungschefin “nahezu nichts unternommen, um dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit in ihrem Land zu stoppen”, heißt es in der Petition auf der Plattform "change.org".


Das Nobelkomitee in Oslo schloss eine Aberkennung des Preises aus.

Aung San Suu Kyi bei der Nobelpreis-Zeremonie 1991:

“Die Tage und Monate vergingen und die Nachrichten über die Auszeichnung kamen über das Fernsehen (in meinem Land) an. Da begann ich, die Bedeutung des Nobelpreises zu verstehen. Durch ihn bin ich wieder ein Teil der Wirklichkeit geworden, der internationalen Gemeinschaft. Und was noch wichtiger ist, der Nobelpreis hat die Aufmerksamkeit der Welt auf den Kampf für Demokratie und Menschenrechte in Birma gerichtet. “

Malala Yousafzai, eine Kinderrechtsaktivistin aus dem Swat-Tal in Pakistan und ebenfalls Nobelpreisträgerin (2014), forderte in einem Tweet von Suu Kyi ein Ende der Gewalt: “Jedesmal wenn ich die Nachrichten sehe, bricht mir das Leid der Rohingya Moslems in Myanmar das Herz.” “Die Welt wartet, und die Rohingya-Muslime warten.”


Die Reaktion von Suu Kyi:

“Wir müssen uns um unsere Bürger kümmern, wir müssen uns um jeden kümmern, der in unserem Land ist, ob nun unser (Staats-)Bürger oder nicht. Es ist unsere Pflicht und wir versuchen unser Bestes. Natürlich sind unsere Ressourcen nicht so vollständig und angemessen, wie wir das gerne hätten. Aber wir versuchen unser Bestes und wir wollen sicherstellen, dass jeder sein Recht auf den Schutz des Gesetzes bekommt. “

Die Rohingya gelten in dem mehrheitlich buddhistischen Land seit Jahren als unterdrückt und diskriminiert. Die Regierung verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft – die Rohingya werden als “Mitbringsel” der britischen Kolonialherren aus dem heutigen Bangladesch gesehen – und wichtige Bürgerrechte.

su mit Reuters, dpa