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Bericht: Millionenfach Schummelsoftware beim Peugeot- und Citroen-Hersteller PSA

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Bericht: Millionenfach Schummelsoftware beim Peugeot- und Citroen-Hersteller PSA

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Der Peugeot- und Citroen-Hersteller PSA soll nach einem Medienbericht fast zwei Millionen Autos mit Software zur Abgasmanipulation ausgestattet haben.


Die französischen Wettbewerbsbehörde DGCCRF (Direction générale de la concurrence, de la consommation et de la répression des fraudes) habe bei ihren Ermittlungen verdächtige Software gefunden, so die Zeitung "“Le Monde”". Die Autos seien zwischen 2009 und 2015 in Frankreich verkauft worden. Die Aktie des Konzerns gab daraufhin um mehr als vier Prozent nach. Ein Unternehmenssprecher wies die Information zurück. PSA habe nur angemessene Technologien verwendet.


PSA war im Februar wegen des Verdachts der Abgasmanipulation als vierter Autokonzern nach Volkswagen, Renault und Fiat Chrysler ins Visier der Behörden geraten. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, die Software zur Abgasbehandlung sei in betrügerischer Weise so manipuliert worden, dass gesetzliche Abgaswerte nur bei Fahrzeugtests eingehalten und im Alltagsbetrieb weit überschritten worden seien.

GIFTIGE STICKOXIDE

NOx-Emissionen (giftige Stickoxiden) bei bestimmten PSA-Modellen hatten Argwohn geweckt. Dem Bericht zufolge wurden PSA-Diesel der sogenannten Euro-5-Norm “nach einer schwindelhaften Strategie” entworfen. Die soll – ähnlich wie bei Volkswagen – auf einer raffinierten Motorensteuerung beruhen, mit deren Hilfe der Stickoxid-Filter Zulassungstests erkennt und dann anspringt. So können PSA-Diesel der bis 2015 geltenden Euro-5-Norm konzerninternen Dokumenten zufolge nach zwei Programmen gesteuert werden: “LowNox” und “LowCO₂”. Der erste Modus verringere den Stickoxid-Ausstoß, führe aber zu höherem Verbrauch, so die PSA-Ingenieure. Das zweite Programm, das auf geringe Kohlenstoffdioxid-Emissionen ausgelegt ist, senke den Verbrauch, während “die NOx signifikativ erhöht sind”. Der LowNox-Modus solle möglichst selten anspringen, wenn normale Autofahrer am Steuer säßen.


Sigrid Ulrich mit Reuters, AFP