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Aus Tunesien ausgewiesen: Der rebellische Cousin des Königs von Marokko

Der rebellische Cousin des Königs von Marokko ist jetzt aus Tunesien ausgewiesen worden.

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Der marokkanische Prinz Moulay Hicham El Alaoui ist jetzt aus Tunesien ausgewiesen worden, wo er an einer Konferenz teilnehmen wollte. “Die Polizei hat mich in meinem Hotel abgeholt – gleich nachdem ich angekommen war,” hat der Cousin von König Mohammed IV. der Nachrichtenagentur AFP erzählt. “Ich wurde zum Flughafen gebracht, wo ich ein Dokument verlangt habe, das meine Ausweisung belegt. Dabei hatte ich gegen rein gar nichts verstoßen.” Moulay Hicham, der in den USA lebt, wurde in ein Flugzeug von Tunis nach Paris gesetzt.

Der sogenannte “rote Prinz” wollte in Tunesien an einer von der Stanford University organisierten Konferenz zum Demokratieprozess in Tunesien teilnehmen. Er selbst ist Politikwissenschaftler, lehrt an der Universität Harvard und leitet eine Stiftung, die seinen Namen trägt.

1999 war Moulay Hicham, der 1964 geboren und nur knapp ein Jahr jünger ist als sein Cousin der König, aus seinem Heimatland verbannt worden. Hicham unterstützte die Protestbewegung des 20. Februar in Marokko. In einer Autobiografie und in mehreren Artikeln – unter anderem in der französischen Tageszeitung Le Monde – hatte er die marokkanische Monarchie und die mangelnden Reformen kritisiert.

Übrigens hält sich laut der marokkanischen Presse auch König Mohammed IV. – oft M6 genannt – zur Zeit in Paris auf, wo er sich einer Augenoperation unterzogen hat.