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Hurrikan "Irma" pfeift mit Tempo 200 durch Florida

Sturmfluten, Lebensgefahr, Stromausfälle, Milliarden Sachschäden - Wirbelsturm der zweithöchsten Kategorie unterwegs nach Norden

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Hurrikan "Irma" pfeift mit Tempo 200 durch Florida

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Der Hurrikan «Irma» hat die Südspitze Floridas erreicht – mit Windstärken über 200 km/h. Nach Angaben von US-Meteorologen zog der Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier am frühen Sonntagmorgen über die Inselkette der Florida Keys hinweg, katastrophale Schäden drohen.

Mehr als 25 Menschen tötete der Hurrikan über dem Atlantik bisher – nach Medienberichten (“ABC”) starben in Nordamerika bei vom Sturm verursachten Unfällen drei Menschen.


Der Kurs von «Irma» Richtung Norden hatte sich zuletzt leicht westwärts verändert – laut Meteorologen für die Küstenbewohner eine schlechte Nachricht. Der Sturm schaufele so noch mehr Wasser als erwartet auf die Küste. Von Fort Myers bis hoch nach Tampa machten sich die Dagebliebenen auf das Schlimmste gefasst – bis zu 4,5 Meter hohe Sturmfluten.




….Betet für uns, so Floridas Gouverneur Rick Scott auf Twitter. Machen wir, antwortete Bischof Zubik aus Pittburg.

Andere fordern die Menschen dazu auf, ihre Mobiltelefone aufzuladen, solange noch Strom aus der Steckdose kommt.


Oder warnen vor Aufzügen.


Als einer der letzten größeren Flughäfen hatte Tampa den Betrieb wegen des Sturms eingestellt.


Das Hurrikan-Zentrum hatte “Irma” in der Nacht zum Sonntag wieder in die zweithöchste Kategorie 4 hochgestuft. Noch bevor der Sturm Florida erreichte, fiel in rund 500.000 Haushalten der Strom aus – dann waren offenbar 1,16 Millionen Menschen ohne Strom.

Rund ein Drittel der Bewohner des Bundesstaates waren aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen – gut 6,5 Millionen Menschen. Mehr als 115.000 verbrachten die Nacht in Notunterkünften. Viele sind überfüllt und mussten Menschen abweisen. Warum hat Präsident Donald Trump sein Luxus-Resort Mar-a-Lago in Palm Beach nicht zur Verfügung gestellt? Fragen sich manche.

Wer trotz Evakuierungshinweisen beschlossen hatte, den Hurrikan «Irma» zuhause durchzustehen, ist dort womöglich längere Zeit zunächst auf sich selbst gestellt. Darauf hat der Chef des US-Katastrophenschutzes hingewiesen, Brock Long. Die Teams der Ersthelfer könnten erst nach ihrer Eigensicherung eingreifen und in Gebiete vorrücken, deren Einwohner zuvor ausdrücklich zur Abreise aufgefordert worden seien.

Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister “AIR Worldwide”, Boston, schätzt die versicherten Schäden durch “Irma” in den USA und auf mehreren karibischen Inseln auf 20 bis 65 Milliarden US-Dollar (17 bis 54 Milliarden Euro).

su mit dpa