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Papstbesuch in Kolumbien endet

Angesichts der Toten, Verletzten und Festgenommenen beobachte der Papst die politische Krise mit «großer Sorge».

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Papstbesuch in Kolumbien endet

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Am letzten Tag des Papstbesuches in Kolumbien hat Franziskus während der Fahrt durch Cartagena die Balance verloren, als das Papamobil unerwartet bremsen musste. Hunderttausende Menschen begeistert hatten ihn empfangen, für das Papamobil gab es kaum ein Durchkommen. Franziskus hat sich oberhalb des Auges leicht verletzt.

Der Papst für eine friedliche Lösung der dramatischen Krise im sozialistischen Venezuela gebetet. Er rief alle Seiten dazu auf, auf jede Art von Gewalt im politischen Leben zu verzichten. Angesichts der Toten, Verletzten und Festgenommenen beobachte man die Krise mit «großer Sorge». Immer wieder mahnte er zur Aussöhnung, den Hass zu überwinden. In dem 50-jährigen Konflikt in Kolumbien mit der Farc-Guerilla starben über 220 000 Menschen, rund 7,5 Millionen wurden vertrieben. Der Vatikan hatte die Verhandlungen über das 2016 erzielte Friedensabkommen mit der Farc unterstützt.

“In Kolumbien und in der Welt werden noch immer Millionen Menschen als Sklaven verkauft, sie bitten um etwas Menschlichkeit, Augenblicke der Zärtlichkeit, oder sie fliehen zu Land oder über das Meer, weil sie alles verloren haben, zuallererst ihre Würde und ihre Rechte.”

In Cartagena segnete Franziskus ein Neubauprojekt für Straßenkinder; es wird auch vom deutschen Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt. 140 Mädchen, deren Alltag von bitterer Armut, Gewalt und sexuellen Übergriffen bestimmt ist finden dort Unterkunft.

Die Reise mit Millionen begeisterten Menschen und einem immer wieder gerührten Franziskus wurde zu einem großem Fest des Friedens und des Glaubens. Emotionaler Höhepunkt war der Besuch in der früheren Konfliktregion Villavicencio, wo das Oberhaupt der katholischen Kirche auch auf rund 6000 Opfer des blutigen Konflikts traf.