Eilmeldung

'Asymetrische Kriegsführung': Cumhuriyet-Angeklagte bleiben in Haft

Die Anklage gegen 17 Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung lautet auf "asymetrische Kriegsführung" gegen Präsident Erdogan.

Sie lesen gerade:

'Asymetrische Kriegsführung': Cumhuriyet-Angeklagte bleiben in Haft

Schriftgrösse Aa Aa

Im «Cumhuriyet»-Prozess in der Türkei wurde die Fortsetzung der Untersuchungshaft für fünf inhaftierte Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung bestätigt. Als Grund nannte der Staatsanwalt vor dem Gericht in Silivri bei Istanbul laut «Cumhuriyet», die Inhaftierten könnten sonst Beweise manipulieren. Dabei handelt es sich um Chefredakteur Murat Sabuncu, Herausgeber Akin Atalay, den Kolumnisten Kadri Gürsel, den Investigativjournalisten Ahmet Sik und den Buchhalter Emre Iper. Insgesamt sind 18 «Cumhuriyet»-Mitarbeiter angeklagt. Ihnen wird Unterstützung von Terrororganisationen vorgeworfen. Dafür fordert die Staatsanwaltschaft bis zu 43 Jahre Haft.

Christophe Deloire, Generalsekretär von “Reporter ohne Grenzen”, Paris:
“Leider wird die Lage immer schlimmer, jeden Monat. Und Erdogan ist es gelungen, Pluralismus und freie Presse in diesem Land zu unterdrücken.”


Ende Juli hatte das Gericht die Untersuchungshaft für mehrere Angeklagte im «Cumhuriyet»-Prozess aufgehoben. Die vier wichtigsten Beschuldigten blieben aber auf Antrag der Staatsanwaltschaft in U-Haft.
Erdem Gül, Hauptstadtbüroleiter von «Cumhuriyet»:

“Die Türkei hält einen Rekord, den Rekord an inhaftierten Journalisten, 170 Journalisten. Jeder, der nicht für sie ist – die Regierung – ist in der Türkei ein Terrorist. Sie können dir jede Art von Terrororganisation vorwerfen, aber es ist Journalismus, Freiheit von Ideen und Meinung, denen der Prozess gemacht wird.”

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von “Reporter ohne Grenzen” liegt die Türkei auf Platz 155 von 180.