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Europäischer Gerichtshof EuGH bremst Ryanair beim Arbeitsrecht

Billiglinie muss nationales Arbeitsrecht anwenden - Marktoffensive in Deutschland

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Europäischer Gerichtshof EuGH bremst Ryanair beim Arbeitsrecht

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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Ryanair dazu verurteilt, nationales Arbeitsrecht im Luftverkehr anzuwenden. Das heißt, dass Mitarbeiter der Fluglinie zu den Bedingungen angestellt werden müssen, die in dem Land gelten, in dem sie stationiert sind.

Der Hintergrund: seit sechs Jahren kämpfen sechs Mitarbeiter in Belgien vor Gericht darum, dass Ryanair und ihre Ausbildungsagentur Crewlink auf sie belgisches Recht anwenden.

Die beiden Gesellschaften irischen Rechts mit Sitz in Irland wenden bisher auch in anderen EU-Ländern irisches Arbeitsrecht an.


Michael O’Leary, Vorstandschef Ryanair:

“Letztlich können und werden sie die irischen Verträge oder die Struktur der irischen Verträge nicht ändern. Also ändert sich rein gar nichts.”

Die Gewerkschaft Ver.di begrüßte den Spruch: Damit könne in Zukunft auch das deutsche Arbeitsrecht nicht mehr unterlaufen werden.

Die Aktien der Fluglinie verloren nach der Urteilsverkündung bis zu 4,4 Prozent an Wert. Analysten rechnen mit höheren Kosten.


DEUTSCHLAND-OFFENSIVE

Ryanair baut ihre Präsenz in Frankfurt weiter aus. Vom Sommer nächsten Jahres an werden 34 neue Ziele vom Rhein-Main-Drehkreuz aus angesteuert, darunter Barcelona, Madrid, Athen, Lissabon und Porto – macht 38 Ziele in neun Ländern – bisher waren es vier.

Von Berlin aus kann man dann drei neue Verbindungen ab Berlin-Schönefeld anfliegen: Krakau, Billund in Dänemark und Kerry in Irland. Mit Kampfpreisen will O‘Leary bereits vom Winterflugplan 2017/18 an ab Tegel fünf Mal täglich zum Flughafen Köln/Bonn fliegen, einem der wichtigsten Stützpunkte der Lufthansa-Tochter Eurowings.

Insgesamt wollen die Iren, die in Deutschland 14 Flughäfen anfliegen, hier 2018 bei der Zahl der Passagiere und der Flüge um 20 Prozent wachsen.

Ryanair ist nach Passagierzahlen mit 117 Millionen Reisenden im Jahr 2016 die größte Fluggesellschaft Europas, vor der Lufthansa Group mit 109,67 Millionen.[

su mit Reuters