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Klimawandel: Mehr als 90 Prozent der Kaffeeanbauflächen in Südamerika bedroht

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Klimawandel: Mehr als 90 Prozent der Kaffeeanbauflächen in Südamerika bedroht

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Kaffee – das Lieblingsgetränk der Deutschen und ein weltweit immer beliebter werdendes Konsumgut. Doch wie lange kann das Wachstum noch anhalten? Forscher schlagen Alarm: Die Kaffeeproduktion ist durch den Klimawandel massiv bedroht. In Lateinamerika könnte es in 30 Jahren nur noch etwas mehr als zehn Prozent der Anbaufläche geben, die heute potenziell vorhanden ist, so das Szenario, das Wissenschaftler in einer in der US-Zeitschrift PNAS veröffentlichten Studie vorhersagen. Bis 2050 könnten demnach 88 Prozent der Flächen ungeeignet sein.

Die Untersuchung ist laut Autoren die erste, die berücksichtigt, welche Auswirkungen Bienen auf die Kaffeeproduktion in Zeiten des Klimawandels haben, denn die Bestäubung durch die Tiere spiele eine wichtige Rolle für die Fruchtbarkeit von Plantagen. Kaffeepflanzen leiden demnach also nicht nur an den direkten Folgen der Erderwärmung, wie extremen Regenfällen. Wenn durch den Temperaturanstieg auch Bienenstämme an andere Orte ziehen, werde der Effekt verstärkt.

Die Forscher gehen davon aus, dass sich der Anbau immer weiter auf höher gelegene Ebenen verlegt. Die Leidtragenden werden ihren Berechnungen zufolge die weniger bergigen Länder Nicaragua, Honduras und Venezuela sein. Kaffeebauern in Mexiko, Guatemala, Kolumbien oder Costa Rica hingegen könnten von der Entwicklung sogar profitieren. Insgesamt könnte die weltweite vorhandene Anbaufläche bis 2015 jedoch bis um die Hälfte schrumpfen, so die Forscher. Davon wären 100 Millionen Arbeiter in der Kaffeeindustrie betroffen.