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Auch Amnesty prangert "ethnische Säuberung" in Myanmar an

Dokumente belegten, dass Sicherheitskräfte und Selbstjustiz-Mobs im Norden des Bundesstaates Rakhine Dörfer der muslimischen Minderheit der Rohingya niedergebrannt hätten.

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Auch Amnesty prangert "ethnische Säuberung" in Myanmar an

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US-Außenminister Rex Tillerson und sein britischer Kollege Boris Johnson haben ein Ende der Gewalt in Myanmar gefordert. Sie riefen die De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi auf, die Verfolgung der Rohingya-Minderheit in dem Land zu verurteilen. Johnson sagte, San Suu Kyi müsse ihre moralische Autorität einsetzen, um auf das Leid der Rohingya hinzuweisen.

Amnesty International veröffentlichte Satellitenaufnahmen und andere Dokumente, die Brandstiftung von Rohingya-Dörfern und weitere Gewalttaten belegen sollen.

David Griffiths von Amnesty international London erläuterte:“Es gibt im Bundesstaat Rakhine ethnische Säuberungen gegen Rohingya. Amnesty International liegen Satellitenaufnahmen, Daten von Branderkennungssystemen, Fotos und Augenzeugenberichte von Geflüchteten vor. Es herrscht eine massive Kampagne der verbrannten Erde, um die Rohingya aus dem Staat Rakhine zu vertreiben.”

Juristisch ausgedrückt seien es Verbrechen gegen die Menschlichkeit, erklärte Amnesty. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hatte zuvor von einem “Paradebeispiel für ethnische Säuberung” gesprochen.


Die muslimischen Rohingya werden von Myanmar nicht als Staatsbürger anerkannt. Seit dem Ausbruch der Gewalt am 25. August sind nach Angaben der Vereinten Nationen rund 400.000 Rohingya in das Nachbarland Bangladesch geflohen. Rund 60 Prozent der Flüchtlinge seien Kinder. Es fehle akut an allem – besonders an Unterkünften, Essen und sauberem Wasser.

Der Internationalen Organisation für Migration zufolge erreichen derzeit täglich 10.000 bis 20.000 Flüchtlinge Bangladesch.


UNICEF organisiert Hilfstransporte für die notleidenden Rohingya-Kinder.