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Oper: Galas für Callas


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Oper: Galas für Callas

Primadonna assoluta, la divina, die Göttliche: Wenn von Maria Callas die Rede ist, überschlagen sich die Kritiker mit Lobpreisungen. Und das noch 40 Jahre nach dem Tod dieser einmaligen Opernsängerin. In Griechenland, wo die in New York geborene Callas aufwuchs, wird dieser Tage an sie erinnert.

Callas war eine der ganz Großen der Opernwelt, Callas ist aber auch eine der ganz Großen für Griechenland, und das bis heute. “Ihre Stimme verbindet uns mit den tiefen, zeitlosen Gefühlen dieses Landes”, sagt die griechische Kulturministerin Lydia Koniordou.

Galas, Ausstellungen und Konzerte gibt es. Zwar kann niemand Maria Callas kopieren, aber es sind die Besten der griechischen Opernwelt gekommen, um ihr zu Ehren zu singen. So zum Beispiel die bekannte Sopranistin Myrto Papatanasiu: “Sie hat nicht nur gesungen, sie hat ihre Rollen auch mit Dramatik ausgefüllt. Das war revolutionär in der Opernwelt.”

Ähnlich äußert sich auch die Präsidentin des Athenaeums, Anna Koukouraki. Die Einrichtung vergibt 40 Jahre nach Callas’ Tod zum 40. Mal den Großen Maria Callas Preis. “Maria Callas bleibt eine Künstlerin, die in der Opernwelt Grenzen überwunden hat”, so die Präsidentin des Athenaeums, Anna Koukouraki.

Ihr großer Durchbruch gelang Maria Callas 1947 in Verona. Dort sang sie Ponchiellis Gioconda”.Schlagzeilen machte Callas aber nicht nur mit Kunst. Weltweit berichtet wurde über ihre Absagen, Hungerkuren und Kollegenschelte. Die Rivalität mit Tebaldi füllte die Boulevardpresse. Callas duldete keine zweite Göttin neben sich.

Zum Todestag bringt der Musikverlag Warner 20 Opern-Mitschnitte heraus. Die klanglich überarbeiteten Live-Aufnahmen rücken die Stimme in den Vordergrund. Ein Team um den Warner-Manager Bertrand Castellani trug die Bänder aus Archiven zusammen. “Es war wie eine archäologische Suche”, sagt der studierte Musikwissenschaftler.

Zur Jubiläumsausgabe gehören zwölf Opern, die Callas nie im Studio aufgenommen hat, allesamt Radio-Mitschnitte aus den Jahren von 1949 bis 1964. Fraglich bleibt, ob die glasklaren Klänge Hardcore-Fans authentisch genug sind. Für die junge Generation bietet sich jedenfalls die Möglichkeit, die Opernlegende Maria Callas neu zu entdecken.

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