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Nordkorea eskaliert weiter: Neue Rakete über Japan

In Japan ertönten Evakuations-Sirene. Polit-Psycho-Experte: "Keine Chance beim konventionellen Wettrüsten"

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Nordkorea eskaliert weiter: Neue Rakete über Japan

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Die UN-Sanktionen wegen seines jüngsten Atomtests sind verschärft – und doch hat Nordkorea wieder eine Rakete über
Japan hinweg gefeuert. Sie flog laut südkoreanischem Militär nach dem Start nahe der Hauptstadt Pjöngjang 3.700 Kilometer weit – die bisher größte
Flugdistanz beim Test einer militärischen Rakete des Landes. In Japan ertönten Evakuations-Sirenen.

Offenbar will das Nordkorea trotz des wachsenden internationalen Drucks im verschärften Konflikt um sein Atom- und Raketenprogramm nicht
nachgeben.

Der Generalstabschef der US-Armee General Mark A. Milley besprach mit dem Japans Ministerpräsident Shinzo Abe die wachsenden Spannungen in der Region.


Asien-Spezialist Glyn Ford vom Think Tank Polint, Brüssel, rekonstruiert die Psycho-Struktur von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un:

“Kaum einen Monat bevor Kim Jong-un die Macht übernahm, war der brutale Mord an Colonel Muammar Gaddafi im Fernsehen zu sehen. Dazu kommen die Erfahrungen mit Irak, Libyen, Syrien, wo, wenn Sie so wollen, unpopuläre Regime aus ihrer eigenen Sicht gestürzt werden. Er will, dass das Regime überlebt und sich halten kann.”

“Dabei haben sie (Nordkorea) beim konventionellen Wettrüsten auf lange Sicht keine Chance. Der einzige Ausweg ist, nach Massenvernichtungswaffen zu streben, und das tut er.”

Nach Medienberichten („New York Times“) plant das südkoreanische Verteidigungsministerium bis Jahresende eine Elite-Einheit. Die sogenannte „Enthauptungs-Einheit“ soll einen Mordanschlag auf Kim Jong Un ausführen können.

China hat Nordkoreas neuen Raketentest kritisiert und gleichzeitig alle Parteien zur Zurückhaltung aufgerufen.

Hua Chunying, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums:

“Der Schlüssel zur Lösung der koreanischen Frage liegt nicht bei China. Wer die Alarmglocke zum Läuten bringt, muss sie auch wieder verstummen lassen. Die verschiedenen direkt beteiligten Parteien sollten die Lage verantwortlich bewältigen, ihre Pflicht erfüllen. Jeder Versuch, die Hände in Unschuld zu waschen, ist unverantwortlich und wenig hilfreich für die Lösung des Problems.”

Die USA halten in der Nordkoreakrise die Möglichkeit eines militärischen Eingreifens aufrecht. Diese Option sei zwar
nicht die bevorzugte, aber – «es gibt die militärische Option», so der nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster in Washington.


su mit dpa