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Schweiz gibt gestohlenen "Sarkophag des Herakles" an Türkei zurück

Nach jahrzehntelangem Irrweg wird fast 2.000 Jahres altes Kunstwerk nach Antalya gebracht

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Schweiz gibt gestohlenen "Sarkophag des Herakles" an Türkei zurück

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Schweizer Behörden in Genf haben den „Sarkophag des Herakles”, der aus der Römerzeit im 2. Jahrhundert n. Chr. stammt, an türkische Behörden zurückgegeben. Das historische Stück war vor 50 Jahren gestohlen und 2010 von der schweizerischen Zollbehörde im Genfer Zollfreilager beschlagnahmt worden. Es galt lange als Umschlagplatz für verschwundene antike Objekte.

Das Grabmal war bei illegalen Ausgrabungen in den 1960er Jahren im Bezirk Aksu in Antalya am früheren Friedhof der antiken Stadt Perge entdeckt worden. Die Nekropole war viele Jahre Privateigentum und wurde im vergangenen Jahr enteignet. Davor unternahmen Grundbesitzer und Schatzsucher illegale Ausgrabungen und schmuggelten einen der Sarkophage. Der Landbesitzer, der derzeit in Antalyas Elmali-Gefängnis eingesperrt ist, gab an, dass sein Onkel ihm 2001 einen Sarkophag verkaufte.

Der Sarkophag ist aus Marmor und 3.000 Kilo schwer, die Archäologen nennen ihn „Torre Nove”. Ein Stück von unschätzbarem Wert – es gibt weltweit nur drei vergleichbare Werke.


Yalcın Kurt, Museumschef in Antalya:

“Der Sarkophag ist einer der kleinen asiatischen Sarkophage, ausgestellt in unserem Antalya Museum in Perge. Es stellt die Zwölf Taten des Herakles dar. Das ist ein Werk aus dieser Gegend. Nun erleben wir als Republik Türkei das Glück, dieses Werk in unsere Provinz heimzuholen.”

Das antike Stück war drei Monate lang in der Universität Genf ausgestellt und soll in einem Museum in Antalya seinen Platz finden. Die Rückführung von antiken Kulturgütern ist in der Schweiz erst seit 2005 mit Inkrafttreten des Kulturgütertransfergesetzes möglich.

su